Kommentar zum Herforder Hochhausbrand: Einsatzkräfte kämpfen bis zur Erschöpfung
Viel mehr als nur ein Job

Herford (WB). Bis zur Erschöpfung und darüber hinaus haben mehr als 90 Feuerwehrleute gegen die Hochhaus-Flammen in der Innenstadt gekämpft.

Samstag, 06.04.2019, 09:09 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 13:42 Uhr
Zwei Feuerwehrleute nach dem Einsatz in dem brennenden Hochhaus. Foto: Moritz Winde

Zwei Kameraden – sie waren als erste Angriffstrupps in der 700 Grad heißen Dachgeschosswohnung – mussten im Krankenhaus behandelt werden. Erst nach fast 26 Stunden hieß es »Feuer aus«. Der Brand am Lübbertor zählt zu den größten der jüngeren Herforder Geschichte – und verlangte den Einsatzkräften alles ab.

Wer in die abgeschlagenen, verschwitzten und von Ruß verdreckten Gesichter blickte, kann erahnen, wie heftig diese Hitze-Schlacht war. »Wir machen nur unseren Job«, sagte Berufsfeuerwehrmann Manuel Anft.

Natürlich ist das richtig: Und trotzdem es ist viel mehr als nur ein Job. Den hauptamtlichen und die freiwilligen Feuerwehrleuten gebührt große Anerkennung. Durch ihr beherztes und mutiges Eingreifen verhinderten sie noch mehr Verletzte und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude.

Ein Dank gilt auch allen anderen Helfern wie Polizei, Ärzten und Sanitätern, DRK und THW. Unerträglich, dass diejenigen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, bei anderen Gelegenheiten angefeindet und angegriffen werden.

Der Einsatz hat gezeigt: Herford ist auf den Katastrophenfall vorbereitet. Das ist beruhigend zu wissen. Schön auch die Welle der Hilfsbereitschaft. Nachbarn brachten Verpflegung vorbei, stellten ihre Toiletten zur Verfügung und boten Schlafmöglichkeiten für die evakuierten Bewohner an. Auch die aufmunternden Worte mancher Passanten taten gut.

Nur die vielen Gaffer, die das Drama per Handy aufzeichneten und die Absperrungen missachteten, braucht niemand.

 

 

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