Nach Teilsperrung bieten viele Schulen Ausweichquartiere an – Deckenschaden schon 1960?
Raumproblem scheint lösbar

Herford (WB/bex). Nach dem Schock vor einer Woche wird jetzt angepackt. Das Ravensberger Gymnasium erfährt bei der Suche nach Ausweichmöglichkeiten für die gesperrten Fachräume große Unterstützung. Die Zeit bis zu den Sommerferien scheint gesichert.

Freitag, 05.04.2019, 11:50 Uhr
»Wir haben von den umliegenden Schulen sehr viel Unterstützung und Solidarität erfahren«, freut sich Schulleiterin Rita Klötzer. »Uns sind etliche Ersatzräume angeboten worden. Ich bin jetzt sicher, dass wir die Zeit bis zu den Sommerferien gut überbrücken können.« Foto: Moritz Winde

Die 13 Fachräume wegen mangelnden Brandschutzes bis auf weiteres gesperrt worden. Die Schulleitung und die Schulverwaltung arbeiten seitdem unter Hochdruck an Lösungen, um den Unterricht in den Naturwissenschaften, in Musik und Kunst – auch diese Fachräume befinden sich in den drei gesperrten Fluren – sicherzustellen. Das RGH ist ein Gymnasium mit dem Schwerpunkt MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Am Dienstag hatten Vertreter der Stadt mit den Schulleitungen getagt.

»Wir haben von den umliegenden Schulen sehr viel Unterstützung und Solidarität erfahren«, freut sich Schulleiterin Rita Klötzer. »Uns sind etliche Ersatzräume angeboten worden und dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Ich bin jetzt sicher, dass wir die Zeit bis zu den Sommerferien gut überbrücken können.«

Viele Hilfsangebote

So hat das benachbarte Friedrichs-Gymnasium eine Raumnutzung angeboten, ebenso die Gesamtschule Friedenstal. In Kooperation mit dem Königin-Mathilde-Gymnasium ist eine gemeinsame Nutzung im Schulgebäude Meierfeld denkbar. Auch der Kreis Herford möchte helfen. Im Anna-Siemsen-Berufskolleg kann das RGH Räume nutzen – sowohl an der Hermannstraße als auch in Elverdissen. Außerdem stehen dem RGH, wie schon jetzt, Räume im Grün-Gold-Haus in der Bruchstraße zur Verfügung.

»Im Moment prüfen wir die Angebote und müssen dann entscheiden, was machbar und sinnvoll ist«, erklärt Rita Klötzer. »Wir bauen gerade an einem neuen, praktikablen Stundenplan. Wenn wir zum Beispiel Räume in Elverdissen nutzen, müssen wir ja die Wege und Fahrtzeiten einbeziehen. Das ist jetzt eine Fleißarbeit, aber das kriegen wir hin.«

Betriebsausschuss befasst sich mit dem RGH

Herfords Beigeordnete für das Soziale, Birgit Froese-Kindermann, ist zuversichtlich, dass die Schulleitung aus den Angeboten eine gute Lösung entwickeln wird. »Ziel muss es sein, den Kindern und Jugendlichen weiterhin Freude am Unterricht und das erforderliche Fachwissen zu vermitteln. Dass alle Schulen zusammenrücken und Hilfe anbieten, zeugt von dem guten Klima, das an den weiterführenden Schulen in Herford herrscht.«

Die naturwissenschaftlichen Räume für Biologie, Chemie und Physik sowie Kunst und Musikräume waren bis vergangenen Sommer in drei Bauabschnitten modernisiert und saniert worden. Ein Statiker hatte in der vergangenen Woche festgestellt, dass der Brandschutz durch die Umbauarbeiten nicht mehr gewährleistet ist. Ein zweiter Prüfstatiker hatte diese Ansicht bestätigt. Der Experte soll bei der Sitzung des Betriebsausschusses am 8. Mai Rede und Antwort stehen.

Container im Gespräch

Ob der Brandschutz durch weitere Baumaßnahmen wiederhergestellt werden kann, ist noch nicht klar. Dies wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Geprüft wird auch, wie es nach den Sommerferien weitergeht. Angedacht sind mobile Klassenzimmer in Containerbauweise, die in der Werrestraße vor dem Ravensberger Gymnasium aufgebaut werden könnten. Dies war nach Angaben der Stadt für den geplanten Um- und Ausbau der Schule ohnehin geplant.

Unterdessen kursiert ein Gerücht, nachdem es bereits um 1960 zu Abbrüchen von Deckenteilen in dem 1955 gebauten Trakt gekommen sein soll. »Wir haben davon gehört und gehen dem nach«, sagt der Technische Beigeordnete Peter Böhm. Man werde in Archiven recherchieren.

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