Herforder Hochhaus-Feuer: Cerdo-Chefin hofft, zurück in ihr Restaurant zu können
Nach Großbrand: »Das Café ist unsere Existenz«

Herford (WB). Cerdo-Chefin Sevinc Ceber hat Tränen in den Augen, als sie vor ihrem geschlossenen Eiscafé steht. »Wie soll es jetzt weitergehen? Das Café ist doch unsere Existenz.« Nach dem Großbrand ist das Hochhaus in Herford bis auf Weiteres gesperrt.

Freitag, 05.04.2019, 08:20 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 15:54 Uhr
Der Schock sitzt tief: Sevinc Ceber (49) mit Sohn Artun (29) und Enkelin Alara (2) steht vor ihrem Eiscafé Cerdo. 1997 hatte die Familie das Restaurant an der Werre übernommen und mit viel Fleiß, Herz und Idealismus zu einem beliebten Treffpunkt gemacht Foto: Moritz Winde

Ob der Betrieb jemals wieder öffnen kann, ist fraglich. Für die bekannte Gastronomen-Familie ist es ein Drama: »Erst vor zwei Wochen haben wir Eiszutaten im Wert von 25.000 Euro eingelagert. Denn die Saison geht ja jetzt wieder los. Darauf hatten wir uns riesig gefreut. Durch das Löschwasser sind jetzt alle Lebensmittel zerstört«, sagt die 49-Jährige.

Am kommenden Wochenende sei das Café zweimal ausgebucht gewesen. Die Gäste müssten sich jetzt eine andere Lokalität suchen, bedauert die Wirtin.

Tiefgarage steht unter Wasser

Nicht nur in die Vorratskammer drangen Löschwasser und Schaum ein. »Die Tiefgarage steht drei Meter unter Wasser. Dort hatte ich meine beiden Oldtimer – einen Mercedes 500 sec und einen VW-Käfer 1300 – abgestellt. Die sind nicht mehr zu retten. Es ist eine einzige Katastrophe«, sagt Artun Ceber (29).

Großbrand: Der Tag danach

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Seine Mama Sevinc Ceber sagt, sie sei am Mittwochmorgen auf dem Weg zu ihrem Laden gewesen, als sie schon von Weitem die Rauchwolke gesehen habe. Sie habe dann einen Polizisten angesprochen und gefragt: »Brennt etwa mein Café?« Die Bielefelderin hatte das Restaurant an der Werre 1997 übernommen und zu einem beliebten Innenstadt-Treffpunkt gemacht.

Besonders bitter: Erst vor zwei Jahren hatte die Familie das Café renoviert und dabei nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Euro investiert. Sevinc Ceber: »Das Café ist so etwas wie mein Lebenswerk. Mein Herz hängt so sehr daran.« Die 49-Jährige sagt, sie glaube fest daran, dass alles gut werden wird. »Ich bekomme in diesen schweren Tagen viel Unterstützung – von meiner Familie und meinen Stammgästen. Das tut unheimlich gut.«

 

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