Herforder Projekt für Migranten startet noch im April
Lotsen für die Gesundheit gesucht

Herford (WB/hil). Das Mi-Mi-Projekt ist in Herford angekommen und startet mit der Schulung von Gesundheitslotsen im April. »Von Migranten und mit Migranten« – so lautet der offizielle Name der Gesundheits-Initiative, die vom Ethno-Medizinischen Zentrum (EMZ) in Hannover erarbeitet wurde. Zuständig für die Umsetzung im Verbund OWL-Nord sind die DRK-Verbände in Bielefeld und Herford sowie der Caritasverband im Kreis Minden-Lübbecke.

Freitag, 05.04.2019, 13:36 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 14:34 Uhr
Das deutsche Gesundheitssystem ist kompliziert. Es den Migranten zu vermitteln, ist Ziel des neuen Projekts, für das noch freiwillige Lotsen gesucht und ausgebildet werden. Foto: dpa

Wenn Flüchtlinge kommen, sind sie auf Hilfe angewiesen. Sie sprechen kein Deutsch, kennen niemanden, haben Probleme bei Behördengängen oder Arztbesuchen. »Das deutsche Gesundheitssystem ist ihnen völlig fremd. Es ist für sie nicht zu verstehen«, erklärt Hoda Elias.

Gesunde Lebensweise fördern

Sie arbeitet in der Migrationsberatung beim DRK-Kreisverband Herford-Stadt und koordiniert das Mi-Mi-Projekt. Es ist eine Integrationsmethode im Bereich Gesundheit, Bildung und Arbeit mit dem Ziel, gesunde Lebensweisen von Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern und diese zum präventiven Handeln zu motivieren.

»Wir suchen im Zeitraum von Mitte April bis Mitte Juni Frauen und Männer, die zweisprachig, kultursensibel und bereit sind, mehrere Schulungen rund um das Thema Gesundheit und Vorsorge zu besuchen«, so Hoda Elias. Ob mit syrischem, afghanischen, türkischem oder anderem Hintergrund: Interessierte sollten die Muttersprache sowie die deutsche Sprache gut sprechen und auf Menschen zugehen können.

Informationen für Migranten

Die Themen der Schulungen sind vielfältig: Es geht um grundsätzliche Dinge wie gesunde Ernährung oder richtige Bewegung. Aber auch um Kindergesundheit, seelische Nöte, um Vorsorgeuntersuchungen, Pflege und Demenz. Wie ernähre ich mich bei Diabetes? An wen wende ich mich, wenn ein Angehöriger zum Pflegefall wird? Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse, welche nicht? Zu all diesen Fragen finden die Migranten in ihrer Sprache häufig keine Antworten. Die Gesundheitsmediatoren sollen nach der Ausbildung das erworbene Wissen in einzelnen Veranstaltungen an die Migranten weitergeben.

Die Schulungen werden im April, Mai und Juni sein. Konkrete Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Anmeldungen nimmt Koordinatorin Hoda Elias unter Telefon 05221/1789825, E-Mail: elias.hoda@drk-herford.de, entgegen.

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