Lokführer in Herford kann rechtzeitig bremsen – Brummifahrer flüchtet
Lkw blockiert Bahnübergang

Herford (WB). Nur, weil der Zugfahrer rechtzeitig bremsen konnte, ist es nicht zum Zusammenstoß gekommen: Ein Lkw hat am Dienstag den Bahnübergang auf der Elverdisser Straße in Herford blockiert. Dann gingen die Schranken herunter.

Dienstag, 02.04.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 15:28 Uhr
Ein Bundespolizist sichert den Bahnübergang an der Elverdisser Straße, weil die Schranken nicht mehr funktionieren. Ein Lkw hatte die Schienen blockiert, der Fahrer war später abgehauen. Der Übergang blieb knapp anderthalb Stunden gesperrt. Bus- und Schwerlastverkehr wurde zeitweise umgeleitet. Foto: Moritz Winde

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Herforder Polizei gegen 9.40 Uhr. Der Fahrer des türkischen Sattelschleppers – er war in Richtung Innenstadt unterwegs – habe wegen eines Rückstaus anhalten müssen – und zwar ausgerechnet auf den Schienen. Er konnte weder vor noch zurück.

»Hätte schlimm ausgehen können«

Techniker der Deutschen Bahn reparieren die zerstörte Schranke. Die Teile mussten ausgetauscht werden.

Techniker der Deutschen Bahn reparieren die zerstörte Schranke. Die Teile mussten ausgetauscht werden. Foto: Moritz Winde

»Normalerweise hätte er vor dem Übergang halten müssen. Es ist ein großes Glück, dass nicht mehr passiert ist. Das hätte ganz schlimm ausgehen können«, sagte Carsten Bente, Sprecher der Bundespolizei, die für Sicherheit und Ordnung entlang der Bahnstrecken zuständig ist.

Als der Lkw-Fahrer die gefährliche Situation bemerkte, versuchte er sich und seinen 40-Tonner zu befreien. Eine Schranke hatte sich laut Zeugenaussagen jedoch genau zwischen Auflieger und Führerhaus gesenkt.

Carsten Bente: »Wenn mit den Schranken irgendetwas nicht in Ordnung ist, werden automatisch sowohl der Fahrdienstleiter im Stellwerk als auch der Lokführer per Signal informiert. Der Lokführer hat daraufhin sofort die Bremsung eingeleitet. Er kam noch rechtzeitig vor dem Lkw zum Stehen.«

Taxifahrer filmt Flucht

Dessen Fahrer gelang es dann letztlich doch noch, seinen Laster von den Schienen zu bugsieren. Und nicht nur das: »Als wir vor Ort eintrafen, war er nicht mehr da«, sagte ein Herforder Polizist.

Doch für die Behörden dürfte es eine einfache Aufgabe sein, den Halter und vielleicht auch den Unfallverursacher ausfindig zu machen. Denn ein Taxifahrer hatte den Lkw mit seinem Handy gefilmt, als er sich aus dem Staub machte. »Wir haben das Kennzeichen.«

Dem Fahrer drohe eine empfindliche Strafe, sagt Carsten Bente. »Das kann bis zu 700 Euro kosten und drei Monate Fahrverbot bedeuten. Es könnte sich hierbei sogar um eine Straftat handeln. Immerhin war es ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.«

 

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