Bohrungen am Herforder Jahnstadion haben begonnen – mit Video
Liegt hier ein Blindgänger?

Herford (WB). Bis jetzt haben sie keine Bombe gefunden. »Die Auswertung der Messergebnisse liegt aber noch nicht vor«, sagt Tobias Mensmann. Seit Montag sucht er am Jahnstadion nach zwei alten Weltkriegsbomben.

Freitag, 08.03.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 09:02 Uhr
An jeder Verdachtsstelle werden 37 bis zu acht Meter tiefe Löcher gebohrt. Foto: Bexte

Er ist Truppführer der Fachfirma Tauber (Münster), die den Blindgängern nachspürt. Wie berichtet, soll die Sportarena einen neuen Rasen samt Bewässerungsanlage bekommen. Im Vorfeld waren alten Luftaufnahmen der Alliierten ausgewertet worden, auf denen kleine Krater im Boden zu erkennen sind. Das könnte auf Blindgänger hindeuten. Deshalb jetzt die Bohrungen. Die Arbeiten an der ersten Verdachtsstelle auf der Laufbahn sind beendet .

Nach einem exakt ausgemessenen Raster wurden 37 jeweils bis zu acht Meter tiefe Löcher die Tartanstrecke gebohrt. In sie wurde dann ein Metalldetektor eingelassen.

Problematische Bohrungen unter der Tribüne

»Der misst Veränderungen im Magnetfeld, was auf die Existenz einer alten Bombe hinweisen könnte«, sagt Mensmann. Experten des Kampfmittelräumdienstes in Arnsberg werten die Daten derzeit aus. Schwieriger werden die jetzt anstehenden Arbeiten an der zweiten Verdachtsstelle – direkt unter der Tribüne. »Die ist nur sehr schwer zugänglich«, sagt der städtische Beigeordnete Dr. Peter Böhm. Auch hier müssen rund um die Verdachtsstelle 37 Löcher gebohrt werden – in Duschräumen, Umkleidekabinen, Technikräumen. Da die allerdings zu klein für einen großen Bohrer sind, hat die Stadt bereits Löcher ins Fundament gebohrt, teilweise auch von oben durch die Tribünenstufen in die Tiefe. Dort wird Mensmann mit seinen Kollegen jetzt ein Kellerbohrgerät ansetzen, einen kleineren Bohrer, der wiederum bis zu acht Meter in die Tiefe vordringen wird.

Gewissheit in etwa zwei Wochen

»Sollten wir hier etwas finden, haben wir ein Problem«, sagt Böhm. Denn um einen Blindgänger aus dem Erdreich zu befreien, müsste ein mindestens zwei mal zwei Meter tiefes Loch gegraben werden – und das möglicherweise unter einer tragenden Mauern der Tribüne. »Wie wir das dann lösen würden, wissen wir auch noch nicht.« Etwa zwei Wochen ist die Münsteraner Fachfirma noch vor Ort. »Wir hoffen dann, Klarheit zu haben.« Eine dritte Verdachtsstelle auf einen Blindgänger gibt es übrigens auch noch – mitten auf dem Stadionrasen. Die soll möglicherweise auch schon in den nächsten Tagen sondiert werden. Übrigens: Für eine Bombenentschärfung müsste das Areal in einem Umkreis von bis zu 500 Metern evakuiert werden.

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