49-Jähriger Herforder vor Gericht
Die eigene Nichte missbraucht?

Herford/Löhne (WB/bex). Ein Mann aus Herford muss sich seit Donnerstag wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll sich an seiner heute zehnjährigen Nichte vergangen haben.

Freitag, 08.03.2019, 02:00 Uhr
Ein 49 Jahre alter Mann muss sich vor dem Herforder Schöffengericht wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verantworten. Foto: dpa

Der heute 49-Jährige, Vater eines Kleinkindes, soll zwischen Juni 2014 und Juli 2017 dreimal gegen seine heute zehn Jahre alt Nichte übergriffig geworden sein. In einem Fall soll es sogar zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Seine Schwägerin wohnte mit ihren beiden Töchtern in unmittelbarer Nähe zur Familie des Angeklagten, der damals noch in Löhne lebte.

Angeklagter bestreitet Taten

Bei einem Besuch seiner Nichte soll er laut Anklage die damals Sechsjährige in sein Schlafzimmer gerufen haben, ihr die Hose heruntergezogen und sie gestreichelt haben. Ein Jahr später habe das Mädchen mit ihrer zwei Jahre älteren Schwester bei ihrem Onkel übernachtet. Onkel und Nichte sollen in einem Bett gelegen haben. Der Mann soll in die Unterhose des Mädchens gegriffen haben und mit einem Finger in sie eingedrungen sein, bis sie blutete. Im Jahr 2017 soll er seine Nichte dann bei einer Autofahrt am Po gestreichelt haben.

Über eine Übersetzerin wies der Russlanddeutsche sämtliche Vorwürfe zurück. »Das stimmt alles nicht.« Er sei auch nie mit seiner Nichte Auto gefahren. »Ich habe gar keinen Führerschein.« Er vermutet hinter den Anschuldigungen böse Absichten. »Ich hatte mich zuvor beklagt, dass sich die Mädchen immer bei uns aufhalten. Ihre Mutter soll sich um sie kümmern.« Er habe sogar das Jugendamt einschalten wollen. Die Schwägerin und ihre Kinder hätten faktisch in seiner Wohnung gelebt. Das sei auch eine finanzielle Belastung gewesen. Seine Schwägerin hatte ihn im Sommer 2017 angezeigt.

Urteil am 10. April

Gegenüber einem Pastor seiner Gemeinde soll der Angeklagte die Tat gestanden haben – laut polizeilicher Aussage des Geistlichen. In der Verhandlung am Donnerstag wollte der Pastor das aber nicht mehr ausdrücklich bestätigen. Am 10. April soll ein Urteil fallen.

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