Bonitas-Chef will mit Freunden feiern
Lars Uhlen kauft Gebäudekomplex der Schiller-Bar und plant Sanierung

Herford (WB). Freude und Spaß im Leben – dazu gehört für Lars Uhlen neben einer sinnvollen Arbeit auch Freunde treffen, lecker essen, Musik hören, gute Gespräche. Diesen Wunsch will sich der Chef des Pflegedienstes Bonitas nun erfüllen: Er kaufte letzte Woche das Schiller.

Dienstag, 05.03.2019, 20:16 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 20:18 Uhr
Der Chef des Pflegedienstes Bonitas, Lars Uhlen, hat privat investiert: Letzte Woche hat er das Gebäude mit dem Schiller an der Ecke Schiller-/Kurfürstenstraße gekauft. Er will das Haus sanieren und anschließend die Bar unter neuem Namen wiedereröffnen. Foto: Hillebrenner
Das sagt das Musik-Kontor

Sein »Wohnzimmer« nennt das Musik-Kontor das Schiller an der Kurfürstenstraße. Seit der Gründung des Vereins 2012 ist die Bar der wichtigste Spielort für die 15 bis 20 Konzerte. Noch haben Lars Uhlen und der Vereinsvorstand nicht miteinander gesprochen. »Aber ich weiß jetzt schon: Lars Uhlen ist der richtige Mann für so ein Projekt. Wir freuen uns riesig«, sagt Vereinsvorsitzender Ralf Hammacher.

Nach den jüngsten Unwägbarkeiten wegen des Verkaufs und der Bauschäden scheint für den Konzert-veranstalter die Zukunft an diesem Standort gesichert. »Der Verkauf an den neuen Eigentümer ist das Beste, was uns passieren konnte«, so Hammacher. Mit dem neuen Hotel, den Restaurants und der neuen Schiller-Bar werde das Marta-Areal zu Herfords attraktivstem Ausgehviertel.

Die Konzerttermine bleiben bis Jahresende bestehen. Hammacher: »Wenn das Schiller schließt, finden wir Ausweichorte, zum Beispiel im Marta. Und für 2020 planen wir dann neu am alten Standort.«

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Unruhige Zeiten hat das denkmalgeschützte Gebäude an der Ecke Schiller-/Kurfürstenstraße hinter sich: Der Verkauf 2018 und die Gebäudeschäden durch die Baustelle an der Schillerbrücke haben zuletzt zu großer Verunsicherung geführt – die Zukunft der Schiller-Bar, deren Mitarbeiter und insbesondere die Pläne des Musik-Kontors standen auf dem Spiel.

2018 eine Absage

»Ich wollte das Haus ja schon 2018 kaufen, hatte mit einem Mitbewerber aus Frankfurt sogar den gleichen Preisvorschlag gemacht. Aber leider hatte ich das Nachsehen, das verstehe ich bis heute nicht«, sagt Lars Uhlen.

Mit dem neuen Eigentümer sei er in Kontakt geblieben und hatte ihm schließlich einen Vorschlag gemacht: »Der lebt in der Mainmetropole und hatte doch keine Zeit, sich um das Projekt zu kümmern. Also habe ich ihn überreden können, mir das Ensemble zu verkaufen«, berichtet der Bonitas-Geschäftsführer.

Für 40plus gibt es wenig

Uhlen und sein Unternehmen Bonitas – das verbindet man eigentlich mit mobilem Pflegedienst, Alten- und Pflegeheimen. In diesem Segment hat sich der ehemalige Krankenpfleger mit viel Fleiß und Weitsicht ein Imperium aufgebaut. Und nun eine Bar, ein Restaurant!

»Ich wollte früher mal Koch werden und die Affinität zur Gastronomie ist irgendwie geblieben. Und für die Generation 40plus gibt es in Herford doch viel zu wenig. Außerdem: Ich bin einfach gerne Gastgeber«, sagt Uhlen. Mit dem Kauf der Immobilie könne er sich diesen Wunsch nun erfüllen und sein Kopf sei bereits voller Ideen.

Private Investition

Der Mann weiß genau, was er tut und was er will: »Ein Herforder Architekt wird nun prüfen, ob und wie meine Ideen an diesem Standort umgesetzt werden können.« Wichtig sei ihm, dass dieses private Projekt von seinen beruflichen Investitionen für Bonitas strikt getrennt werde.

Geplant sei eine Komplettsanierung aller Etagen und sämtlicher Räume. »Ein Gebäudeteil ist von innen zerstört, ohne Putz und Fußböden, da sieht es aus, wie auf einer Baustelle«, sagt Uhlen. Trotz Denkmalschutz bestünde jedoch dafür keine Rückbauverpflichtung. Leitungen, Fenster, Sanitäranlagen – alles soll unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erneuert werden. In den oberen Geschossen sollen Appartements entstehen, die erste Etage soll für Büroräume genutzt werden.

Eröffnung unter neuem Namen

Die Räume der Schiller-Bar sollen in Teilbereichen mit denen des ehemaligen Restaurants Nil – das schon lange geschlossen ist – zusammengeführt werden. Uhlen: »Es werden etwa 250 Sitzplätze eingerichtet.« Der Wintergarten Richtung Aa werde abgerissen und mit einem neuen Gartenbereich für die Außengastronomie ersetzt.

»Mit Bauamt und Denkmalschutzbehörde werden alle Arbeiten abgesprochen, auch die Renovierung der Fassade. Die wird das Gebäude ganz besonders schön erstrahlen lassen.« Über die Investitionssumme will Uhlen nicht sprechen.

Der Pachtvertrag für das Schiller soll zum Oktober gekündigt werden, dann wird die Gastronomie zunächst geschlossen. »Die Mitarbeiter müssen sich aber nicht sorgen, für sie wird es eine Überbrückung geben. Und später, wenn Bar und Restaurant wieder öffnen, können sie weiterbeschäftigt werden«, sagt Lars Uhlen, der die Gastronomie unter neuem Namen selbst betreiben, aber nicht hinter der Theke oder in der Küche stehen wird. Betriebsleiter soll Barkeeper Simon Klocke werden. Die Eröffnung sei für das Frühjahr 2020 geplant.

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