Vermehrte Angriffe auf städtische Mitarbeiter – Sicherheitsdienst im Rathaus? – Kommentar
Traurig, aber notwendig

Herford (WB). Dass Staatsdiener in sozialen Netzwerken diffamiert, beleidigt und bedroht werden – natürlich vorzugsweise unter dem Deckmantel der Anonymität – gehört leider zum Alltag. Die jüngsten Angriffe in Herford aber sind besorgniserregend.

Samstag, 02.03.2019, 12:12 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 12:20 Uhr
Nachdem im Herbst 2016 ein Flüchtling im Rathaus mehrfach randaliert und Mitarbeiter bedroht und angegriffen hatte, patrouillierte zeitweise ein Security-Dienst in städtischen Gebäuden. Foto: Moritz Winde

Ein Sozialhilfeempfänger randaliert im Rathaus-Foyer, wirft Flaschen auf Mitarbeiter, greift Feuerwehrleute tätlich an und verfolgt Tim Kähler bis auf dessen Privat-Grundstück. Sein Hass gipfelt in der Demolierung des Bürgermeister-Dienstwagens. Man kann sich ausmalen, welche Angst die Opfer gehabt haben müssen.

Auch wenn der Täter in diesem Fall offenbar geistig verwirrt war: Die Zahl der gewalttätigen oder aggressiven Kunden in den Ämtern nehme zu, sagt Psychologin Karoline Roshdi, die lange für das Institut für Bedrohungsmanagement in Darmstadt tätig war.

Zwar gibt es keine Statistiken über Gewalt in Behörden. An ihren Arbeitsplätzen und in Servicestellen berichten kommunale Beschäftigte aber zunehmend über mulmige Gefühle.

Die Büros des Herforder Ausländeramts sind seit den Attacken des so genannten Rathaus-Randalierers seit Ende 2016 nicht mehr uneingeschränkt geöffnet. Selbst Heftklammern – sie könnten als Waffe eingesetzt werden – liegen nicht frei herum.

Oberstes Ziel muss es sein, die Mitarbeiter zu schützen. Ohne dauerhaften Sicherheitsdienst wird es aber nicht gelingen. Der Verwaltungsrat sollte dies beschließen. Eine traurige, aber notwendige Entwicklung.

 

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