Strecke zwischen Herford und Bad Salzuflen
Handarbeit an Bahnübergängen

Herford (WB). Auf der Bahnstrecke zwischen Herford und Bad Salzuflen müssen seit Anfang des Jahres drei Übergänge per Hand gesichert werden – und zwar rund um die Uhr. Der Grund: Die Schranken fallen immer wieder aus.

Samstag, 02.03.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 09:30 Uhr
Wichtige Arbeit in der Maschstraße: Ein Posten spannt ein Seil über die Fahrbahn, bevor der Zug kommt. Der Fahrdienstleiter hat ihn zuvor telefonisch über die Durchfahrt informiert. Foto: Moritz Winde
Wenn die Eurobahn vorbeirauscht, funktionieren die Ampeln und Schranken nur hin und wieder.

Wenn die Eurobahn vorbeirauscht, funktionieren die Ampeln und Schranken nur hin und wieder. Foto: Winde

Die Übergänge liegen auf einem knapp 1,5 Kilometer langen Abschnitt. Sie befinden sich in der Brunnenstraße und in der Maschstraße auf Herforder Gebiet sowie in einem Stichweg der Salzufler Straße an der A2 im Lippischen. Mit der Sicherung hat die Deutsche Bahn eine Firma aus Dortmund beauftragt. Im Schichtbetrieb bewachen deren Mitarbeiter die Gleise.

Pro Stunde fahren zwei Züge vorbei

Von montags bis freitags passiert die Regionalbahn 72 des privaten Konzerns Keolis laut Fahrplan exakt 38 Mal die 74 Kilometer lange Strecke zwischen der Hansestadt und Paderborn, an Wochenenden und an Feiertagen etwas seltener.

Das heißt: Zweimal stündlich müssen die Posten tagsüber die rot-weißen Seile über die Straßen spannen und den Weg versperren. Nachts kommt ab und an ein Güterzug vorbei.

»Der Bahnübergangsposten wird telefonisch vom Fahrdienstleiter informiert, dass der Zug passiert und der Bahnübergang geschlossen werden muss«, teilt eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Düsseldorf auf Anfrage mit.

Dies sei eine verantwortungsvolle Aufgabe, die den Kollegen volle Aufmerksamkeit abverlange. »Diese Art der Sicherung ist ebenso effektiv und sicher wie eine automatische Schließung der Schranken.«

 

 

Anwohnerin verärgert

Zum genauen Grund der technischen Störung machte die Bahn keine Angaben. Fest steht nur: Die drei Schrankenanlagen und Ampeln versehen offenbar unzuverlässig ihren Dienst. Im Dezember soll dies erstmals aufgefallen sein: Züge rauschten damals vorbei, ohne dass Fußgänger oder Autofahrer gewarnt worden sind.

Wie lange die Übergänge noch von Hand gesperrt werden müssen, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die nötigen Ersatzteile zur Behebung des Defekts seien angefordert und würden schnellstmöglich eingebaut. »Die manuelle Sicherung hat keinerlei Auswirkung auf den Verkehr.«

Monika von Szalghary wohnt in der Maschstraße keine 200 Meter vom Übergang entfernt. Sie moniert die aus ihrer Sicht schlechte DB-Informationspolitik. »Ich habe mit vielen Bahnmitarbeitern gesprochen – niemand konnte mir erklären, womit die Störung zusammenhängt und wann sie behoben wird.«

Es sei unverständlich, dass es offenbar nicht möglich sei, die kaputten Schranken in zwei Monaten zu reparieren. »Ich möchte nicht wissen, was der Einsatz der Posten kostet«, sagt von Szalghary. Zur Höhe der Kosten äußerte sich die Bahnsprecherin trotz wiederholter Nachfrage dieser Zeitung nicht.

Auf der Karte ist zu sehen, dass die drei Bahnübergänge nicht weit auseinander liegen.

Auf der Karte ist zu sehen, dass die drei Bahnübergänge nicht weit auseinander liegen. Foto: Google Maps

 

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