Ministerin Heinen-Esser beim Kreisverbandstag auf Dallmanns Deele
»Landwirtschaft hat Perspektive«

Herford (WB). »Junge Landwirte haben eine Perspektive«: Davon ist Ursula Heinen-Esser überzeugt. Die NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin war am Donnerstag Ehrengast beim Kreisverbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld.

Freitag, 08.02.2019, 11:00 Uhr
NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte) referierte gestern beim Kreisverbandstag auf Dallmanns Deele vor etwa 200 Teilnehmern – hier mit (von links) Junglandwirt Jobst Buschmann, dem Kreisvorsitzenden Hermann Dedert, Richard Niederhaus, Jobst Storck, der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Friederike Detering und René Niemann. Foto: Peter Schelberg

Vor 200 Gästen nahm die CDU-Politikerin auf Dallmanns Deele in Elverdissen Stellung zu aktuellen Herausforderungen für die Landwirtschaft in NRW und zu den Zukunftsaussichten für junge Landwirte. Daran ließ die Rheinländerin keinen Zweifel: »Sie sind diejenigen, auf die unser Land auch bauen wird.« Die jungen Landwirte seien »dafür zuständig, dass wir eine gute, qualitativ hochwertige Ernährung und eine solche Kulturlandschaft in Deutschland haben«.

Appell an den Nachwuchs

Ohne Landwirte gäbe es keine Biodiversität, sondern monostrukturierte Landschaften. »Landwirte wirtschaften nachhaltig und deshalb haben sie eine Perspektive«, betonte Heinen-Esser. Ihr Appell an den Nachwuchs: »Bleiben Sie bei dem Beruf, der für uns alle soviel bedeutet.«

Gemeinsame europäische Agrarpolitik ein Problemfeld

Als ein Problemfeld benannte die Ministerin die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP): »Das wird länger dauern, als wir gedacht haben.« Sie gehe davon aus, dass die Verabschiedung erst in der zweiten Hälfte 2020 erfolgen werde. Dann könne es noch bis 2023 dauern, bis die »GAP« umgesetzt werde. Übergangsregelungen seien daher erforderlich: »Aber wir werden das schaffen.«

Gesellschaftlichem Druck und Bashing träten die Landwirte in NRW auch entgegen, indem sie versuchten, sich im Dialog mit Umweltverbänden auf gemeinsame Positionen zur GAP zu verständigen. »Die finanzielle Ausstattung der gemeinsamen Agrarpolitik muss auf dem bisherigen Niveau erhalten bleiben«, forderte Heinen-Esser.

»Landwirte brauchen Planungssicherheit«

Das Wichtigste sei, dass die Betriebe nach dem schwierigen Dürre-Jahr bald Planungssicherheit bekämen. Planungs- und Rechtssicherheit für Investitionen benötigten insbesondere auch die Nutztierhalter, verwies die Ministerin auf die Beispiele Ferkelkastration und Tierwohlkennzeichnung.

Tierwohl-Label

Fatal wäre es nach ihrer Einschätzung, wenn es künftig zwei Tierwohl-Label gäbe – das neue von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ein weiteres der Tierwohl-Initiative des Handels: »Das verwirrt Erzeuger und Verbraucher.« Spannend sei die Frage, wie sich die Wertschätzung von Lebensmitteln bei den Verbrauchern entwickeln werde: »Ob sich das an der Kasse niederschlägt, wird sich zeigen.«

Zusätzliche Anstrengungen der Landwirte müssten jedenfalls auch finanziell honoriert werden. Und es gelte, das Thema »landwirtschaftliche Erzeugung« wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken, betonte Heinen-Esser: »Denn der Bezug des Verbrauchers zu den Landwirten existiert fast nicht mehr.«

Düngeverordnung in der Diskussion

Zu Recht beklagt werde, dass die neue Düngeverordnung schon wieder in der Diskussion sei. Der Grund: Wegen eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens müssten Anforderungen »nachgeschärft« werden. »Dabei dürfen wir die Landwirte aber nicht überfordern – wir werden gemeinsam einen Weg finden«, versicherte Ministerin Heinen-Esser.

Mit Blick auf die Beschlüsse der Politik forderte Kreisverbandsvorsitzender Hermann Dedert: »Eine Strategie, die eine Tierhaltung unmöglich macht, darf nicht sein.«

Statements der jungen Generation zum Thema »Zukunft in der Landwirtschaft« gaben die Landwirte Jobst Buschmann (Bielefeld), Richard Niederhaus und Jobst Storck aus Enger und René Niemann aus Herford ab.

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