Fällarbeiten im Herforder Naturschutzgebiet sollen drei Jahre dauern
Bäume kommen Stromleitungen gefährlich nahe

Herford (WB). Die Bäume im Herforder Uhlenbachtal sind den Hochspannungsleitungen ganz schön dicht auf die Pelle gerückt. Damit’s nicht brenzlig wird, beginnt in dieser Woche der Rückschnitt. Auch Bäume müssen gefällt werden.

Donnerstag, 07.02.2019, 13:03 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 13:30 Uhr
Das Uhlenbachtal liegt im Herforder Osten an der Schwarzenmoorstraße nicht weit vom Klinikum entfernt. Auf dem Foto ist zu erkennen, dass manche Bäume den Stromleitungen gefährlich nahe gekommen sind. Deshalb muss jetzt zurückgeschnitten werden. Foto: Moritz Winde

Zwar handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, das eigentlich weitgehend unangetastet bleiben soll. Franjo Senger vom Netzbetreiber Westfalen Weser Netz (WWN) aus Paderborn erklärt, weshalb die Arbeiten dennoch dringend notwendig sind: »Es soll vor allem einer Unterbrechung des Stromflusses durch den Baum- und Vegetationswuchs vorgebeugt werden. Hochwachsende Äste und umstürzende Bäume könnten einen Kurzschluss und so eine längerfristige Versorgungsunterbrechung verursachen.«

Strom wird nicht abgeschaltet

Franjo Senger (links), Leiter Hochspannungsleitungen, und Edgar Schroeren (WWN) besprechen die Maßnahmen im Naturschutzgebiet.

Franjo Senger (links), Leiter Hochspannungsleitungen, und Edgar Schroeren (WWN) besprechen die Maßnahmen im Naturschutzgebiet. Foto: Moritz Winde

Doch damit nicht genug: Franjo Senger verweist noch auf ganz andere Tücken: »Wenn bei den entsprechenden extremen Temperaturen, also vor allem im Sommer, bei hoher Belastung die Leitungen tiefer durchhängen, können an trockenen Sträuchern und Ästen Brände entstehen. Wir schützen hier also nicht nur die Anwohner, sondern auch die Natur.«

Durch die sechs Verbindungsseile, die zwischen den Masten in etwa 20 Metern Höhe gespannt sind, fließen 110.000 Volt. Weil der Strom nicht ausgeschaltet wird – die Haushalte im Herforder Osten brauchen ja weiterhin Energie –, müssen die Arbeiter mit allergrößter Vorsicht zu Werke gehen.

Die Baumbeschnitte und Fällungen auf der 1,6 Kilometer langen Strecke werden sich in mehreren Abschnitten über insgesamt drei Jahre ziehen. Franjo Senger: »Aus Naturschutzgründen darf nur zu bestimmten Zeiten gearbeitet werden.«

Enge Abstimmung mit den Behörden

Die Maßnahmen entlang der Freileitungstrasse seien mit dem Kreis Herford als unterer Landschaftsbehörde und dem Amt für Landschaftspflege der Stadt Herford abgestimmt. Auch die umliegenden Grundstückseigentümer habe man informiert.

WWN als Tochter des kommunalen Energiedienstleisters Westfalen Weser Energie ist gesetzlich zum sicheren Betrieb, zu Instandhaltung und Wartung der Stromleitungen verpflichtet. Demnach ist unterhalb der Freileitungen aus Sicherheitsgründen ein Schutzstreifen von etwa 50 Metern Breite freizuhalten, um eine Gefährdung durch eindringendes Wachstum in die so genannte Annäherungszone zu vermeiden.

Im Uhlenbachtal sind die Bäume bereits viel näher an die Leitungen gewachsen – höchste Zeit also zu handeln.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6374198?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514620%2F
Ärger mit der NRW-Soforthilfe
Bei der Antragstellung sehr willkommen: der Corona-Soforthilfe-Zuschuss. Jetzt geht es an die Berechnung der Rückzahlung. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker