Zwei junge Männer wollen gestehen, 14 Brände in Herford und Hiddenhausen gelegt zu haben – Prozess im März
Feuerwehrleute als Feuerteufel

Herford/Hiddenhausen (WB). Zwei Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Hiddenhausen im Alter von 18 und 20 Jahren haben 14 Brände auf landwirtschaftlichen Flächen gelegt. Demnächst stehen sie vor Gericht.

Mittwoch, 06.02.2019, 05:05 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 13:42 Uhr
Am Abend des 25. Juli 2018 brannten 70 Strohballen auf dem Obsthof Otte am Oetinghauser Kirchweg. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Sie kämpfte stundenlang gegen die Flammen. In unmittelbarer Nähe konnte die Polizei den Brandstifter festnehmen. Foto: Karsten Otte

»Mein Mandant wird die 14 Taten einräumen«, sagte Anwalt Axel Isermann aus Enger, der den 18-Jährigen vertritt. Nach seinen Angaben wolle auch der Mittäter ein Geständnis ablegen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat die jungen Männer wegen Brandstiftung in drei Fällen und Sachbeschädigung in elf Fällen angeklagt. Den Angeklagten werden Taten in Herford und Hiddenhausen zur Last gelegt. Verhandelt wird am Montag, 11. März, ab 9 Uhr vor dem Herforder Jugendschöffengericht.

Die Brandserie hatte im Sommer 2018 in der Region für Schlagzeilen gesorgt. Ob Gartenabfälle, Felder, Böschungen oder Strohballen: Die Feuerteufel suchten sich im Schutz der Dämmerung abgelegene Orte zum Zündeln aus. Ihr »Spiel« mit den Flammen hatte Großeinsätze der Feuerwehr ausgelöst. Verteidiger Isermann: »Es war jugendlicher Blödsinn. Einer war auf die Idee gekommen – und dann haben sie immer weiter gemacht.«

Einer der Angeklagten saß in U-Haft

Es ist davon auszugehen, dass die Angeklagten verurteilt werden. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen drohen ihnen zivilrechtliche Forderungen. Sie könnten für die Arbeit ihrer damaligen Kameraden – inzwischen sind sie nicht mehr Mitglieder der Feuerwehr – bezahlen müssen. Erfahrungsgemäß summieren sich die Kosten für solche Einsätze schnell auf mehrere tausend Euro. Und nicht nur das: Auch die Landwirte könnten Schadensersatz geltend machen.

Besonders hatte es Obstbauer Karsten Otte getroffen. Innerhalb eines Monats brannte es auf seinem Hof drei Mal – zuletzt am Abend des 25. Juli. Auf einem Feld am Oetinghauser Kirchweg fackelten 70 Strohballen ab , die für die nächste Erdbeersaison benötigt wurden. Die Feuerwehrleute hatten mit extremer Hitze und Rauchentwicklung zu kämpfen und konnten nur mit Atemschutzgeräten löschen.

Es sollte allerdings der letzte Teil dieser Brandserie sein. In unmittelbarer Nähe zum Tatort konnte die Polizei den 20-Jährigen festnehmen. Einen Tag später erließ ein Richter Haftbefehl gegen den jungen Mann, der bis zum 7. September in der JVA Herford saß. Erst dann wurde die Untersuchungshaft auf Drängen seines Verteidigers aufgehoben.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte es in anderen Städten des Kreises Herford ähnliche Brandstiftungen gegeben – unter anderem auf einem Stoppelfeld am Fichtensee in Löhne. Können die Angeklagten auch dafür zur Rechengeschaft gezogen werden?

 

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