Maßnahmen an Bundes- und Landstraßen sorgen für mehr Verkehrssicherheit
Gehölzpflege hat begonnen

Herford (WB). Der Landesbetrieb Straßen NRW hat damit begonnen, Bäume und Sträucher an Bundes- und Landstraßen im Kreis Herford zu beschneiden. Die Gehölzpflege dient der Verkehrssicherheit. Auch das großflächige »auf den Stock setzen« der Bäume ist deshalb mitunter notwendig.

Montag, 04.02.2019, 09:03 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 09:30 Uhr
Wie es nach dem vermeintlichen »Kahlschlag« aussieht, zeigt dieses Foto vom Straßenrand der L 535 aus dem März 2016 nach erfolgtem Pflegeschnitt.

Begonnen wurde mit den Arbeiten an der Herforder Straße (L 778) zwischen der Detmolder Straße und der Neuen Landstraße in Vlotho. Anschließend geht es an der B 61 (Mindener Straße/Koblenzer Straße) zwischen Herford und Löhne sowie der B 61 zwischen Koblenzer Straße und Löhner Kreuz weiter. Danach sind die L 777 (Oeynhausener Straße zwischen Löhne und Gohfeld) und die L 545 (Bünder Straße zwischen Lippinghausen und Eilshausen) dran. Als weiterer Abschnitt folgt dann die L 859 (Wallenbrücker Straße zwischen Düttingdorfer Straße und Diemker Straße) in Spenge. »Die Arbeiten sind spätestens Ende Februar abgeschlossen«, heißt es in einer Mitteilung von Straßen NRW.

Dieselbe Böschung im September 2016: Da sieht sie bereits wieder so aus.

Dieselbe Böschung im September 2016: Da sieht sie bereits wieder so aus.

Bäume und Sträucher erfüllen entlang von Straßen wichtige Funktionen: Sie dienen unter anderen als Sicht-, Blend- und Windschutz. Außerdem bieten sie Lebensraum für Säugetiere, Vögel und Insekten. Ohne regelmäßige Pflege könnten die Gehölze allerdings zur Gefahrenquelle werden: Kranke und alte Bäume verlieren ihre Standfestigkeit und könnten Auto- oder Radfahrer und Fußgänger gefährden. Zweige, die in den Verkehrsraum ragen, könnten Fahrzeuge beschädigen. Auch die freie Sicht in Kurven und entlang der Strecke muss gewährleistet sein. Ebenso dürfen Schilder, Leitpfosten, Ampeln und Kreuzungen nicht durch Pflanzen verdeckt sein.

Die Sicherheit von Fußgängern, Auto- und Radfahrern hat bei der Gehölzpflege deshalb oberste Priorität. Bei den einzelnen Maßnahmen beachtet Straßen NRW nach eigenen Angaben grundsätzlich die einschlägigen Vorschriften zu natur- und artenschutzrechtlichen Belangen gemäß dem Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen und dem Bundesnaturschutzgesetz. Die geplanten Maßnahmen werden an die zuständigen Landschaftsbehörden der jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte gemeldet.

Auf den Stock gesetzt

Was anmutet wie ein »Kahlschlag«, verjüngt laut Straßen NRW die Natur. Dabei mag der Begriff Gehölzpflege an manchen Stellen zunächst einmal irreführend klingen. Zwar setzt Straßen NRW seit geraumer Zeit verstärkt auf eine »selektive Bestandspflege«, allerdings ist diese Methode, bei der Sträucher im Randbereich zur Straße zurückgeschnitten und im hinteren Bereich einzelne Bäume entfernt werden, nicht überall möglich. Instabile Altbestände und Gehölze, die lediglich in einem Abstand von drei bis fünf Metern zum Fahrbahnrand stehen, werden daher in der Regel wenige Zentimeter über dem Boden gekappt. Der Fachmann spricht vom »auf den Stock setzten«. Das sieht zunächst einmal nicht gepflegt, sondern eher wüst aus – und wird von vielen Bürgern als Kahlschlag wahrgenommen. »Diese Methode hilft der Natur jedoch dabei, sich zu verjüngen und neu aufzustellen. Schon relativ kurze Zeit später, wenn die Pflanzen wieder ihre Triebe ausbilden, stellt sich ein ganz anderes Bild dar«, so der Landesbetrieb.

Schneller und weniger gefährlich

Beeinträchtigungen der Fauna und Flora in den Gehölzflächen würden dadurch deutlich reduziert. Auch in puncto Arbeitssicherheit sind derartige Maschinen vorteilhaft: Arbeiten mit der Motorsäge in teilweise sehr steilen Böschungslagen wären nicht nur anstrengender und zeitaufwändiger, sondern zusätzlich mit höheren Risiken verbunden.

Aktuelle Informationen zum Thema Gehölzpflege gibt es auch im Internet.

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