19-Jähriger zu einer Woche Jugendarrest verurteilt
Massenschlägerei in der Disco

Herford (WB). Eine gebrochene Hand, ein gebrochener Arm, jede Menge blutige Nasen und Prellungen – mit einigen Verletzten endete vor gut eineinhalb Jahren eine Massenschlägerei in der Diskothek Go Parc (heute High Club). Verantworten mussten sich dafür zwei Brüder (21 und 19) aus Herford. Der eine wurde freigesprochen, der andere kassierte eine Woche Jugendarrest.

Freitag, 01.02.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 07:48 Uhr
Über eine Massenschlägerei im High Club, ehemals Go Parc, wurde vor dem Herforder Amtsgericht verhandelt. Zwei Brüder mussten sich verantworten. Foto: Moritz Winde

»Es sollte eigentlich nur ein Spaß sein«, sagte der Angeklagte vor dem Jugendschöffengericht in Herford. Dass aus dem Spaß im wahrsten Sinne des Wortes blutiger Ernst werden sollte, konnte der heute 19-Jährige damals nicht ahnen.

Wer hat zuerst geschlagen?

Im Juni 2017 besuchte er mit seinem zwei Jahre älteren Bruder die Diskothek Go Parc. Er entdeckte ein Mädchen, das ihm gefiel. »Aus Spaß wollte ich sie nicht durchlassen«, schilderte der 19-Jährige gestern. Er nahm das Mädchen in den Arm, das sich sogleich wehrte. »Ich habe ihn weggeschoben, aber er wollte mich nicht loslassen. Dann kam mein Freund dazu, es gab eine Schreierei, und erst kassierte mein Freund Schläge im Gesicht und dann ich«, erzählte die junge Frau.

Ihr Freund sei von dem Jüngeren der Brüder angegriffen worden. Wer sie geschlagen habe, konnte sie nicht genau sagen. Sie wollte sich mit der Hand vor dem Gesicht schützen, dabei wurde ihr der Mittelhandknochen gebrochen. Weitere Männer seien dazu gekommen, die auch auf ihren Freund eingeprügelt hätten.

»Ich dachte, er sei tot«

Sie habe dann gemeinsam mit ihrer Freundin bei den Türstehern um Hilfe gebeten. Als die Sicherheitsleute dann auf den 19-Jährigen trafen, wollten sie ihn beruhigen und die Angelegenheit vor der Tür besprechen. Das gelang nicht.

»Ich stand vor dem Mann und er hat mir zweimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen«, berichtete gestern einer der Türsteher. Benommen sei er zurückgetaumelt. Und ehe er sich’s versah, seien andere Männer hinzugekommen und eine Massenschlägerei sei in vollem Gange gewesen. In deren Verlauf ging der 21-Jährige zu Boden. »Ich dachte, er sei tot. Ich wollte ihn verteidigen«, rechtfertigte sein Bruder die Schläge.

Am Ende wurde der 21-Jährige mit dem Rettungswagen abgeholt und auch sein jüngerer Bruder musste wegen eines Armbruchs lange behandelt werden. Dem Älteren konnte keine Beteiligung an der Schlägerei nachgewiesen werden.

Anhörung von 14 Zeugen

Gut fünf Stunden lang hatte das Gericht 14 Zeugen vernommen. Zahlreiche Widersprüche kamen auf. »Wohl auch deshalb, weil die Tat so lange her ist«, sagte Richterin Dr. Tanja Schwöppe-Funk. Die größten Erinnerungslücken klafften bei den Türstehern. Drei von ihnen konnten sich gar nicht an den Vorfall erinnern, möglicherweise auch, »weil Schlägereien bei uns Tagesprogramm sind«, wie einer von ihnen aussagte.

Der 19-Jährige hatte sich übrigens schon im April 2017 »einen Scherz« erlauben wollen. Auf dem Münsterkirchplatz wollte er ein so genanntes Prank-Video für Youtube drehen. Er gab vor, eine Gruppe junger Leute zu filmen. Ein anderer Mann filmte dann die Reaktion der Gruppe. Das führte zu einer Schlägerei. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

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