Erik Schmidt erhält besonderes Italien-Stipendium
Ein Maler auf Bildungsreise

Herford (WB). Ein Stipendium in der Villa Massimo gilt als bedeutendste Auszeichnung für deutsche Künstler im Ausland. In den Genuss einer vergleichbaren Förderung der Deutschen Akademie ist der aus Herford stammende Maler Erik Schmidt gekommen.

Sonntag, 27.01.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2019, 16:32 Uhr
Erik Schmidt in einem Lokal in Rom: Sein Stipendium hat der 50-Jährige wie eine Bildungsreise mit Kunst und Architektur geplant.

Für drei Monate wohnt er jetzt in der Nähe von Rom. Das Stipendium der Casa Baldi, verbunden mit einer Wohnung in einem Bergstädtchen, entspreche dem Rang der Villa Massimo, heißt es auf der Homepage der Deutschen Akademie. Außerdem würden die Stipendiaten in die Aktivitäten der Villa Massimo miteinbezogen. Und es ist der gleiche Bewerbungsgang.

Etwa 1000 Bewerbungen

Neun Jahresstipendiaten gehören zur Villa Massimo in Rom. Hinzu kommen neun weitere mit kürzeren Aufenthalten in der Casa Baldi in Olevano Romano. Hier »residiert« auch Erik Schmidt, der sagt: »Für mich kamen nur drei Monate in Frage, weil ich ja zum Beispiel auch Ausstellungen habe.«

Dass es sich bei dem Stipendium um eine große Auszeichnung handelt, wird aus den Worten von Allegra Giorgolo deutlich. Die Pressesprecherin der Villa Massimo schätzt, dass sich jährlich etwa 1000 Leute bewerben. Diese verteilen sich auf vier Sparten – wobei eine von diesen die bildende Kunst ist.

100 Bewerber schaffen es dann bis zur Endausscheidung auf Bundesebene. In die Auswahl kämen ausschließlich Künstler, die anerkannt seien und etwas vorweisen könnten, so die Pressesprecherin.

Eine große Wohnung in einer Villa, dazu ein Atelier und 2500 Euro pro Monat: Die Rahmenbedingungen seien wesentlich besser als bei anderen Stipendien, betont Erik Schmidt. Hinzu kommt der »pittoreske Blick« aus der auf einem Berg gelegenen Villa. Dieser Blick sei schon 1000 Mal gemalt worden, sagt der 50-Jährige.

Da wundert es nicht, dass der in Berlin lebende Künstler nicht der 1001. sein will. Er mache zur Zeit viel mit Porträts und das sei auch für Italien erst einmal der Plan – allerdings mit Vorbehalt: »Ob ich in drei Wochen auf die Idee komme, doch lieber ein Video zu drehen, das kann ich jetzt noch nicht sagen.«

Künstler plant Porträts

Unter anderem logistische Gründe verhindern, dass Erik Schmidt großformatige Arbeiten anstrebt. Stattdessen, so sein Vorhaben, werde er von Menschen, die er kennenlerne, Fotos anfertigen und diese möglicherweise übermalen. Ob auf Grundlage der Fotografien in Berlin große Porträts entständen, sei möglich: »Aber was sich daraus später entwickelt, kann man nicht wissen.«

Auch hier erweist sich Erik Schmidt als jemand, der auf seine Intuition vertraut. Angst davor, ratlos vor einer leeren Leinwand zu sitzen, scheint er nicht zu haben. Sein Leben beinhaltet immer neue Möglichkeiten, die es zu erkennen und ergreifen gilt.

Was wird, hängt nicht zuletzt von den Eindrücken ab, denen sich Erik Schmidt bewusst aussetzt: »Ich habe das wie eine richtige Bildungsreise geplant.« Er wolle sich in Rom die alten Gebäude anschauen und die klassischen Bilder in den Museen. Goethe und seine berühmte Italienreise lassen grüßen.

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