Web-Kamera sendet Live-Bilder aus dem Herforder Tierpark – mit Video Erdmännchen-TV in der Kinderklinik

Herford (WB). Sie sind zu krank für einen Tierpark-Ausflug. Damit die kleinen Patienten der Kinderklinik trotzdem hautnah dabei sein können, werden Live-Bilder aus dem Zoo übertragen. Seit Mittwoch läuft das Erdmännchen-TV.

Von Moritz Winde
Wenn’s um ihre Leibspeise Mehlwürmer geht, zeigen die Erdmännchen Zähne: Ansonsten gelten die Raubtiere als gesellige Zeitgenossen. Im Tierpark lebt eine Familie mit neun Mitgliedern. An Heiligabend wurden vier Babys geboren.
Wenn’s um ihre Leibspeise Mehlwürmer geht, zeigen die Erdmännchen Zähne: Ansonsten gelten die Raubtiere als gesellige Zeitgenossen. Im Tierpark lebt eine Familie mit neun Mitgliedern. An Heiligabend wurden vier Babys geboren. Foto: Moritz Winde

Der neue Chef ist da

Seit dem 1. Januar ist Dr. Walter Koch (60) der neue Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Herford. Er ist Nachfolger von Dr. Boris Utsch, der das Haus nach nur zwei Jahren im Sommer auf eigenen Wunsch verlassen hatte. Koch war neun Jahre als Chefarzt der Kinderklinik am Klinikum Idar-Oberstein tätig. Der Grund für den Wechsel: Er sagt, er will seine beruflichen Ideen noch einmal in einer Klinik für Maximalversorgung umsetzen und »die Kinderklinik gemeinsam im Team mit den dortigen hoch qualifizierten Oberärzten neu ausrichten«. Sehr wichtig sei ihm dabei eine eng verzahnte Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten. Ein weiteres Argument sei der Neubau der Kinderklinik, mit dem 2020 begonnen werden soll.In der Herforder Kinderklinik stehen 60 Betten zur Verfügung. Jährlich werden dort etwa 3500 kleine Patienten stationär und bis zu 9000 ambulant behandelt. Zum Team gehören 17 Ärzte und 43 Pfleger und Schwestern.

In dem Gehege der Raubtiere wurde zu diesem Zweck extra eine Web-Kamera installiert. Ob gekuschelt, gestritten oder geschlemmt wird: Was auch immer im Zuhause der neunköpfigen Familie – seit Heiligabend gibt’s vierfachen Nachwuchs – vor sich geht, die Mädchen und Jungen können vom Krankenbett aus alles mitverfolgen.

Bald sollen auch die Erwachsenen auf den anderen Stationen zuschauen können. »Eine echte Alternative zum übrigen Fernsehprogramm«, findet Birgit Schnier, Abteilungsleiterin für die Pflege.

Plüschtier als Türöffner

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Klinikum und Tierpark? Die Idee dazu hatte Unternehmenssprecherin Monika Bax. »Eine Kinderklinik ohne Maskottchen kann doch eigentlich nicht sein.« Nach kurzer Überlegung war dann klar: Der neue Glücksbringer wird ein Erdmännchen. Die Tiere gelten als gesellig, auch der Niedlichkeitsfaktor spielt eine Rolle – Stichwort: Knopfaugen.

Der Leitende Oberarzt und bis vor kurzem kommissarische Leiter der Kinderklinik, Dr. Uwe Spille, hält die Erdmännchen-Patenschaft für eine gute Sache: »Der Klinikalltag hält nicht nur immer Schönes bereit. Da ist es doch toll, wenn die Kinder etwas Ablenkung haben.«

Jedes stationär aufgenommene Kind – das sind etwa 3500 pro Jahr – erhält ein Exemplar aus Plüsch. Das Stofftier soll sozusagen als Türöffner, als Vermittler dienen. »Mit dem Erdmännchen können wir recht schnell Kontakt und eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern aufbauen. Viele sind durch die Krankheit und die fremde Umgebung naturgemäß etwas ängstlich«, sagt Birgit Schnier.

Name für das Maskottchen gesucht

Auch Tierparkleiter Thorsten Dodt war sofort Feuer und Flamme für die Kooperation – und will diese sogar noch ausbauen. »Wir stellen der Kinderklinik jede Woche einige Freikarten zur Verfügung. Auch Führungen, bei denen wir hinter die Kulissen schauen, kann ich mir gut vorstellen. Wichtig ist doch, dass wir denjenigen, denen es nicht so gut geht, eine Freude machen können.«

Jetzt fehlt nur noch ein schöner Name. Wie soll das neue Maskottchen der Kinderklinik heißen? Monika Bax: »Wir freuen uns über jeden Vorschlag – egal ob Mädchen- oder Jungenname.« Für den Namensgeber gibt’s eine Überraschung – und natürlich freien Eintritt im Tierpark.

Im Foyer der Kinderklinik läuft Erdmännchen-TV: Klinikumspreche­rin Monika Bax (von links), Birgit Schnier (Pflegerische Abteilungsleiterin), Oberarzt Dr. Uwe Spille, Tierparkchef Thorsten Dodt und Chefarzt Dr. Walter Koch zeigen die Plüsch-Variante des Raubtiers. Foto: Moritz Winde

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