Verurteilter Flüchtling aus Haft heraus in den Senegal gebracht – Stadt-Sprecherin: »Wir sind erleichtert«
Rathaus-Randalierer abgeschoben

Herford (WB). Der so genannte Rathaus-Randalierer ist in der vergangenen Woche von Frankfurt aus in den Senegal abgeschoben worden. Das bestätigte Stadt-Sprecherin Susanne Körner auf Anfrage. »Wir sind froh und erleichtert, dass das Kapitel damit beendet ist. Der Mann hat hier im Haus Angst und Schrecken verbreitet.«

Donnerstag, 18.10.2018, 09:00 Uhr
Im Herbst 2016 wurde das Rathaus von der Polizei bewacht. Jetzt wurde der verurteilte Randalierer abgeschoben – zur Erleichterung der Verwaltung, wie Sprecherin Susanne Körner sagt. Foto: Winde

Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung

Wie berichtet, war der Flüchtling 2017 vom Landgericht Bielefeld wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch und mehrfacher Sachbeschädigung zu 13 Monaten Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Hamm als letzte Instanz hatte seine Revision abgelehnt. Dem Haftantritt hatte sich der Mittdreißiger – das genaue Alter des Afrikaners ist unbekannt – durch Flucht nach Belgien entzogen. Sein Pflichtverteidiger Sven Peters hatte im Oktober vergangenen Jahres gesagt, er habe seit sechs Monaten keinen Kontakt mehr zu seinem Mandanten. Niemand wusste also, wo sich der Verurteilte aufhielt.

Nach Wiedereinreise verhaftet

Doch bereits im Februar konnte der Mann bei der Wiedereinreise nach Deutschland verhaftet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen ihn einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen. Nachdem der Mann festgenommen wurde, wurde er ins Gefängnis ins niedersächsische Sehnde gebracht. Dort sollte er seine Haftstrafe verbüßen.

»Im September hat die Justiz der Abschiebung aus der Strafhaft heraus zugestimmt«, sagt Susanne Körner. Der Mann hielt sich seit 2012 in Deutschland auf. Sein Asylantrag wurde 2013 abgelehnt. Seitdem wurde er geduldet. Er hatte keine Ausweispapiere und gab seine Staatszugehörigkeit nicht preis.

Mitarbeiter verletzt und bedroht

Im Sommer 2018 konnte er bei einer Botschafts-Anhörung in München schließlich als Senegalese identifiziert werden. Bis dahin war seine Herkunft unklar. Mit Passersatzpapieren der senegalesischen Botschaft konnte nun die Abschiebung erfolgen.

Der jetzt abgeschobene Flüchtling hatte im Herbst 2017 trotz Hausverbots mehrfach im Rathaus randaliert, Mitarbeiter verletzt und bedroht – einen sogar mit dem Tode. Zwischenzeitlich wurden die Verwaltungsgebäude von Polizei und Sicherheitsdienst bewacht.

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