BUND-Kreisverband rügt radikale Rückschnitte und schlechten Amphibienschutz Rostige Heckenschere für Straßen NRW

Herford/Bünde (WB). Der BUND-Kreisverband hat bei seiner Jahreshauptversammlung im Haus unter den Linden in Herford den Vorstand im Amt bestätigt. Außerdem wurden die traditionellen Umweltpreise »Eule« und »Rostige Heckenschere« verliehen.

Von Raphael Steffen
Der Vorstand der BUND-Kreisgruppe überreicht Waldemar Schendel und Detlev Plaßmann (2. und 3. von links) von der Bürgerinitiative Muckum den Umweltpreis »Eule« für ihr Engagement gegen ein neues Gewerbegebiet der Küchenfirma Häcker. Vertreter von Straßen NRW blieben der Veranstaltung lieber fern. Ihren Anti-Umweltpreis »Rostige Heckenschere« holten sie nicht ab.
Der Vorstand der BUND-Kreisgruppe überreicht Waldemar Schendel und Detlev Plaßmann (2. und 3. von links) von der Bürgerinitiative Muckum den Umweltpreis »Eule« für ihr Engagement gegen ein neues Gewerbegebiet der Küchenfirma Häcker. Vertreter von Straßen NRW blieben der Veranstaltung lieber fern. Ihren Anti-Umweltpreis »Rostige Heckenschere« holten sie nicht ab. Foto: Raphael Steffen

Mit der »Eule« wurde die Bürgerinitiative »Der Acker bleibt« aus Bünde-Muckum ausgezeichnet. Sie hatte im vergangenen Jahr durch Proteste erfolgreich die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets für die Rödinghauser Firma Häcker-Küchen verhindert. »Sie haben sich damit für den Erhalt eines Landschaftsschutzgebietes eingesetzt«, begründete Meier-Lammering die Ehrung.

Vertreter der Bürgerinitiative widmen »Eule« verstorbenem Mitstreiter

Waldemar Schendel und Detlev Plaßmann nahmen die »Eule« als Vertreter der Initiative entgegen und widmeten sie dem Andenken ihres verstorbenen Mitstreiters Hans Köhler. »Er hat einen großen Beitrag zu unserem Erfolg geleistet«, erklärte Plaßmann. Man wolle weiter auf der Hut bleiben und anderen Bürgerinitiativen Mut machen: »Es ist nicht immer sinnlos, sich zu wehren.«

Die Negativauszeichnung »Rostige Heckenschere« ging an den Landesbetrieb Straßen NRW für seine radikalen Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern an Straßenrändern – »mal wieder«, wie Meier-Lammering monierte. Diese Maßnahmen könne keiner verstehen, aber alle Beschwerden blieben folgenlos.

Auch die Amphibienschutzmaßnahmen von Straßen NRW seien »mangelhaft«. Vertreter des Landesbetriebs verzichteten darauf, den »Preis« entgegen zu nehmen. Sie luden die BUND-Aktivisten stattdessen zu einem Gespräch ein.

Obstbauer Karsten Otte für 40-jährige Mitgliedschaft im BUND geehrt

Außerdem wurde der alte Kreisvorstand bei der Jahreshauptversammlung entlastet und zugleich zum neuen Vorstand bestimmt. Vorsitzender bleibt Bernd Meier-Lammering, als Stellvertreter fungieren Peter Franzeck und Holger Stoppkotte, Kassiererin ist Doris Eichholz.

Obstbauer Karsten Otte wurde für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Der Hiddenhauser ist nach wie vor sehr aktiv, unter anderem als Sprecher der Bezirkskonferenz Naturschutz. Anschließend hörten die BUND-Mitglieder einen Vortrag von Oliver Krüger, Professor an der Uni Bielefeld, über die »Faszination Greifvögel«.

Weitere Themen waren die Zukunft der Senne, die geplante Absenkung der Werre und Aktionen gegen den Flächenverbrauch. Otte befürchtete: »Mit dem Entfesselungsgesetz der neuen Landesregierung, werden wir einiges zu tun bekommen.«

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