CDU-Stadtverband sieht Ditib-Gemeinde in der Pflicht und kritisiert geplanten Moschee-Besuch »Hier ist Vertrauen verspielt«

Herford (WB). Der CDU-Stadtverband kritisiert den geplanten Besuch von Ratsmitgliedern in der Ditib-Moschee an der Bielefelder Straße. Die Türkisch-Islamische Gemeinde hat für den 6. Mai zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Etliche Ratsmitglieder hatten erklärt, die Einladung annehmen zu wollen.

Von Ralf Meistes
Die Moschee an der Bielefelder Straße.
Die Moschee an der Bielefelder Straße. Foto: Jan Gruhn

»Der Stadtverband der CDU kritisiert die Haltung des Bürgermeisters und einiger Ratsmitglieder, der Ditib-Gemeinde einen Besuch abstatten zu wollen«, schreibt Thomas Beck, Pressesprecher des CDU-Stadtverbandes. Nach den verstörenden Videoaufnahmen von exerzierenden Kindern und »ausweichenden Erklärungen der Ditib-Gemeinde sowie einer Reihe von Strafanzeigen beteiligter Eltern gegen die Verbreitung dieser Aufnahmen ist doch sehr deutlich geworden, dass ein Großteil der Ditib-Mitglieder in dieser Form der Feierlichkeit kein Problem sieht«, heißt es in dem CDU-Schreiben. Wie berichtet, war ein Video aus der Moschee an der Bielefelder Straße aufgetaucht, in dem Kinder im Grundschulalter in Uniform und mit Plastikgewehren exerzieren.

CDU fordert interne Aufarbeitung bei der Ditib

Die CDU Herford ist der Auffassung, dass es zunächst einer internen Aufarbeitung des Geschehens bedürfe, bevor Repräsentanten der Hansestadt Herford die Ditib zu einem Tag der offenen Tür besuchen. »Hier ist Vertrauen verspielt!«, schreibt die CDU.

Ein Tag der offenen Tür sei kaum der richtige Rahmen für eine kritische Auseinandersetzung. Gespräche über das erschütternde Ereignis seien notwendig. Diesen Dialog habe der Kreisvorsitzende der CDU, Dr. Tim Ostermann, bei der Ditib eingefordert.

CDU: Ditib-Gemeinde in der Verantwortung

Nun sei zunächst die , für eine Aufarbeitung zu sorgen und unter Beweis zu stellen, dass dort Integration gelebt und keine Parallelgesellschaft gefördert werde. Erst dann könne verlorenes Vertrauen wieder aufgebaut werden.

Dem CDU-Kreisvorsitzenden Dr. Tim Ostermann war das Video zuvor zugespielt worden. Er spricht von »besorgniserregenden Bildern«. Am Freitag hatte auch der Stadtrat die Bilder aus der Moschee verurteilt. Derweil hatte Bürgermeister Tim Kähler die Ditib-Gemeinde aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten, wie verloren gegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden könne. Der Tag der offenen Tür soll ein erster Schritt sein. Darüber hinaus hat die Gemeinde mehrere Vorschläge an die Stadt gesandt. So solle die Elternarbeit intensiviert, das demokratische Verständnis gestärkt und die Zusammenarbeit mit der Stadt verbessert werden. Weitere Punkte sind die Förderung der deutschen Sprache sowie gemeinsame Veranstaltungen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.