Online-Inserat für ehemaligen Pohlmann-Betrieb – Besitzer schweigt Wird das Stadthotel ab 2020 vermietet?

Herford (WB). Bekommt das ehemalige Stadthotel Pohlmann ab 2020 einen neuen Mieter? Zumindest bietet Besitzer Max Artemkin das Gebäude zurzeit auf einer Online-Plattform an.

Von Jan Gruhn
Noch nicht mal renoviert und bald schon vermietet? Das ehemalige Stadthotel Pohlmann wird zurzeit im Internet zur Miete angeboten. Erst im März 2017 hatte der aktuelle Besitzer das Objekt in einer Zwangsversteigerung erworben.
Noch nicht mal renoviert und bald schon vermietet? Das ehemalige Stadthotel Pohlmann wird zurzeit im Internet zur Miete angeboten. Erst im März 2017 hatte der aktuelle Besitzer das Objekt in einer Zwangsversteigerung erworben. Foto: Jan Gruhn

Der Bielefelder Investor hatte die Immobilie an der Mindener Straße im März 2017 bei einer Zwangsversteigerung von den ehemaligen Besitzern Heike und Kai Pohlmann übernommen. Anfang des Jahres hatte es zwischen den Parteien wiederholt Streit um die Übergabebedingungen gegeben. Zum Online-Inserat wollte sich der neue Eigentümer auf Anfrage dieser Zeitung nicht äußern.

Preis auf Anfrage

Angeboten wird der Komplex als »Hotel-Boardinghouse City Center« mit einer Gesamtfläche von 1600 Quadratmetern – allerdings nur zur Miete ab 1. Januar 2020. Den Preis gebe es auf Anfrage, heißt es. Der Objektzustand ist ausgewiesen als »Erstbezug nach Sanierung«. Beworben wird die Immobilie mit Fotos frisch eingerichteter Zimmer. Allerdings ist fraglich, ob es sich dabei um Bilder aus dem ehemaligen Stadthotel handelt.

Schweigt zum Inserat: Max Artemkin. Foto: Jan Gruhn

Im Februar hatte Artemkin davon gesprochen, etwa eine halbe Million Euro investieren zu wollen. Von außen deutet bislang aber nichts darauf hin, dass bereits Umbaumaßnahmen stattgefunden haben. In der Anzeige ist zu lesen, dass von 2018 bis 2020 renoviert werden soll.

Co-Working-Space wird angepriesen

Das denkmalgeschützte Gebäude beinhalte ein Hotel mit 36 Zimmern, zwölf Parkplätzen, zwei Wohnungen, zwei Konferenzräumen sowie einem Frühstücksraum mit anliegender Küche, heißt es in der Online-Anzeige weiter. Hinzu kämen zwei große Eingänge/Foyers, Damen- und Herren-Toiletten und ein Keller.

Zudem wird ein Co-Working-Space angepriesen. Darunter wird eine große, offene Bürofläche verstanden, auf der mehrere Mitarbeiter verschiedener Firmen oder Projekte gleichzeitig arbeiten können. Die Einrichtung eines solchen Arbeitsbereiches hatte Artemkin bereits angekündigt.

»Lassen Sie Ihrer Inspiration freien Lauf!«

450.000 Euro hatte der Investor bei der Versteigerung für das Objekt bezahlt, das Ehepaar Pohlmann durfte allerdings vorerst weitermachen. Im Dezember hat das Duo dann die letzten Gäste verabschiedet und das Mobiliar ausräumen lassen. Ein Großteil davon ist vom Verein Brückenschlag als Spende in die Ukraine transportiert worden. Mittlerweile führen die ehemaligen Besitzer einen Partyservice.

»Lassen Sie Ihrer Inspiration freien Lauf!«, heißt es in dem Inserat, das auf der Seite Immobilienscout 24 zu finden ist. Eigentlich hatte Artemkin eine Mischung aus Hotel und Boardinghaus anbieten wollen – also sowohl mit Zimmern zur Übernachtung, als auch Appartements für längerfristigen Aufenthalt. Mit Blick auf die Online-Anzeige bleibt aber offen, ob das auch unter seiner Regie stattfinden wird.

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