Anlieger zweifeln Berechnungen an – Sondersitzung am 29. Mai Drohen nach dem Umbau des Bergertor-Wehres Hochwasser?

Herford (WB). Steigt mit dem geplanten Umbau des Bergtor-Wehres die Hochwasser-Gefahr für Herfords Innenstadt? Das befürchten zumindest Eigentümer, deren Grundstücke nach eigenen Angaben im potenziellen Überschwemmungsgebiet liegen. Ein entsprechender Bürgerantrag ist bei der Stadtverwaltung eingegangen.

Von Jan Gruhn
Drohen nach dem Umbau Hochwasser? Das befürchten zumindest die Anlieger am Bergertor-Wehr. Deshalb haben sie jetzt einen Antrag gestellt.
Drohen nach dem Umbau Hochwasser? Das befürchten zumindest die Anlieger am Bergertor-Wehr. Deshalb haben sie jetzt einen Antrag gestellt. Foto: Jan Gruhn

Darin fordern die Anlieger, die Umgestaltungsvarianten 3a und 3b sowie die eigentlich bereits verworfene Variante 1 im Hinblick auf den Hochwasserschutz überprüfen zu lassen. »Es ist vorgeschrieben und uns wichtig, dass eine Umgestaltung nicht zu einer Verringerung des Hochwasserschutzes führt«, heißt es in dem Antrag.

Anlieger fordern: Uni Hannover soll beauftragt werden

Als Gutachter wird das Ludwig-Franzius-Institut (LuFl) der Uni Hannover vorgeschlagen – weil diese nämlich bereits 1972 beim Bau des aktuellen Wehres die Stadt beraten habe.

Bergertor 1966: Erst 1972 wurde das derzeitige Wehr errichtet. Anlieger befürchten, dass der damit erreichte Hochwasser-Schutz nach dem neuerlichen Umbau abhanden kommt.

Als Begründung führen die Antragssteller Berechnungen (die Zahlen liegen der Redaktion vor) über die Abflusseigenschaften der Planungsvarianten im Vergleich zum derzeitigen Wehr an. Zum Schutz vor Extremhochwasser sei die ausreichende Größe der Abflussquerschnitte am wichtigsten.

Unterhalb des Stauziels – also die Wasserspiegelhöhe oberhalb des Wehres (angegeben mit 64,24 Meter über Normalnull) – betrage der Querschnitt des Wehres etwa 78 Quadratmeter. Bei Variante 3a seien es 63 Quadratmeter, bei 3b seien es 50.

Termin für Sondersitzung steht fest

Das bedeutet: Die gleiche Menge Wasser hätte weniger Platz. Damit liegen die neuen Varianten laut der Antragssteller nahe am Zustand der Werre vor Errichtung des derzeitigen Wehres 1972. Das können zu neuerlichen Überschwemmungen führen, heißt es.

Während der Antrag im Bauausschuss am 16. Mai (17 Uhr) beraten werden soll, ist die Sondersitzung zum Bergertor-Wehr für Dienstag, 29. Mai (17 Uhr) geplant. Laut Baudezernent Dr. Peter Böhm sollen dann auch die Bürger zu Wort kommen.

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