Nach Sturmtief: Behörden warnen davor, die Sperrungen der Wälder zu ignorieren Tödliche Gefahr droht von oben

Herford(WB/ram/jmg). Wie viele Bäume auf Herforder Stadtgebiet durch das Sturmtief »Friederike« umgefallen sind, vermag Ralf König nicht zu sagen. Nur soviel: »Wir erhalten täglich noch Hinweise auf umgestürzte Bäume«, sagt der Verwaltungsmitarbeiter, der für die städtischen Wälder zuständig ist.

Die Stadt kommt mit der Beseitigung der vom Sturm umgestürzten Bäume kaum hinterher – so wie bei diesem Exemplar am Butterteich in der Nordstadt.
Die Stadt kommt mit der Beseitigung der vom Sturm umgestürzten Bäume kaum hinterher – so wie bei diesem Exemplar am Butterteich in der Nordstadt. Foto: Moritz Winde

Der Schaden, den »Friederike« angerichtet hat, sei erheblich. Für die Entfernung der umgekippten Bäume ist die städtische SWK zuständig. Da deren Mitarbeiterzahl zur Beseitigung der Sturmschäden nicht ausreicht, arbeite man mittlerweile mit drei Subunternehmen. Das Holz der zersägten Bäume wird anschließend von der SWK verkauft. »Das ist vertraglich zwischen der Stadt Herford und der SWK so geregelt«, erklärt König.

»Wir sind mit allen Männern draußen«

Er selbst habe Mittwochmittag noch eine Pappel auf dem Wall entdeckt, die so schief stand, dass sie unverzüglich gefällt werden musste. Aber selbst bei Bäumen, die noch ganz gerade stünden, müssten die Mitarbeiter des Grünflächenamtes jetzt ganz genau hinsehen. »Wir sind mit allen Männern draußen.« Es geht auch darum, Risse rund um Bäume zu erkennen. Das bedeutet nämlich, dass der Baum nicht mehr fest verwurzelt sei.

Aus der Herforder Bevölkerung gehen noch täglich Anrufe bei der Stadtverwaltung ein. »Wir versuchen, allen Hinweisen unverzüglich nachzugehen. Aber noch mal, die Schäden sind erheblich«, so König.

3000 und 5000 Festmeter Holz gefallen

Nach wie vor gesperrt ist ein Teil des Friedhofs Ewiger Frieden. Wann die Sperrung wieder aufgehoben wird, könne noch nicht gesagt werden. Die Wege am Stadtwald sind voraussichtlich noch bis Ende Januar gesperrt, das teilte das Regionalforstamt OWL auf Anfrage mit. Herfords Bezirksförster Herwart Siebert schätzt derzeit, dass durch den Sturm etwa zwischen 3000 und 5000 Festmeter Holz gefallen sind. »Das entspricht etwa zehn bis 15 Prozent des Schadens von Kyrill.«

Somit sei es eher ein ärgerliches als ein »katastrophales« Ereignis gewesen. Er warnt Spaziergänger allerdings noch einmal davor, die Gefahr durch herabfallende Äste im Wald zu unterschätzen. Bis im Notfall Hilfe komme, sei es meist zu spät. »Das ist dort nicht so einfach. Man erleidet in der Zwischenzeit große Schmerzen«, meint Siebert. »Oder man stirbt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.