Disziplinarverfahren gegen 21-jährigen Kommissaranwärter aus Herford – eine Promille Alkohol gemessen Betrunken zum Polizeidienst

Herford (WB). Ein Polizeischüler wollte auf der Herforder Wache betrunken seinen Streifendienst antreten. Gegen den 21-Jährigen laufe ein Disziplinarverfahren, sagte Achim Ridder, Sprecher des Polizeipräsidiums Bielefeld, das für die Einstellung und Ausbildung in Ostwestfalen-Lippe zuständig ist.

Von Moritz Winde
Ein 21-jähriger Polizeischüler musste vor dem Dienst in Herford einen Alkoholtest machen. Das Ergebnis: eine Promille.
Ein 21-jähriger Polizeischüler musste vor dem Dienst in Herford einen Alkoholtest machen. Das Ergebnis: eine Promille. Foto: imago

Ermittlung wegen Trunkenheitsfahrt

Ridder stellte klar, dass der Kommissaranwärter eine klare Verfehlung begangen habe. Droht dem jungen Mann – er ist Beamter auf Widerruf im dritten Ausbildungsjahr – nun der Jobverlust? Ridder: »Eine Trunkenheitsfahrt im Ordnungswidrigkeiten-Bereich führt nicht automatisch zu einer Entlassung.« Noch allerdings seien die Ermittlungen nicht abgeschlossen.

Der Vorfall bei der Polizei Herford ereignete sich bereits am 12. Oktober des vergangenen Jahres. Der Polizeischüler war an jenem Donnerstag offenbar alkoholisiert in sein Auto gestiegen und zur Polizeistelle an die Elverdisser Straße gefahren, von wo aus die etwa 60 Herforder Streifenpolizisten seit längerem ihre Schichten beginnen. Denn die Hauptwache an der Hansastraße wird derzeit umgebaut.

Dienstgruppenführer stellt ihn zur Rede

Der 21-Jährige soll seine Uniform angezogen und seine Dienstwaffe angelegt haben. Ein Kollege berichtet: »Die Fahne fiel sofort auf.« Vom Dienstgruppenleiter zur Rede gestellt, soll er einen Alkoholtest abgelehnt haben – bis er dann doch einwilligte. Das Ergebnis: knapp eine Promille.

Der Polizeischüler soll sich zudem geweigert haben, seine Pistole abzulegen. Das soll er erst auf massiven Druck getan haben. Achim Ridder wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zu diesen Details nicht äußern.

Victor Ocansey, Sprecher des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW, sagte, dass nur sehr, sehr wenige Polizeischüler wegen Fehlverhaltens entlassen würden. »In den letzten drei Jahren waren es gerade einmal acht – bei 6100 Einstellungen.« Allerdings sei die Schwelle bei Beamten auf Widerruf natürlich geringer.

Der Kommissaranwärter soll inzwischen zur Bünder Wache versetzt worden sein.

Kommentare

Was läuft denn da? In Zeiten mit Rückgrat hätte man den ganzen Laden umgewühlt. Diese Story ist nur die Spitze des Eisbergs aus allen Ecken stinkts gewaltig. Herr Landrat, lassen Sie doch endlich die Köpfe rollen!!! Raus mit Machogehabe in allen Positionen. Wieeederlich!

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