Immer weniger Bestattungen auf dem Tierfriedhof Schwarzenmoor in Herford Abschied von Fiffi

Herford (WB). »Ganz leise und ohne ein Hundewort, gingst du aus unserem Leben fort. Wir haben dich so geliebt, und sind ganz traurig, dass es dich nicht mehr gibt. Es tut so weh – Ade.« Diese Zeilen, umgeben von einem goldenen Rahmen und mit roten Herzen versehen, zieren das Grab der Hundedame Asca. Sie ruht auf dem Tierfriedhof in Schwarzenmoor.

Von Moritz Winde
Auf dem liebevoll geschmückten Grab von Bulldogge Carlos wird eine Rose niedergelegt. Die Tiere müssen in mindestens 50 Zentimeter Tiefe beerdigt sein – so will es das Veterinäramt.
Auf dem liebevoll geschmückten Grab von Bulldogge Carlos wird eine Rose niedergelegt. Die Tiere müssen in mindestens 50 Zentimeter Tiefe beerdigt sein – so will es das Veterinäramt. Foto: Moritz Winde

Seit 1995 wurden in dem Landschaftsschutzgebiet kurz vor der Autobahnauffahrt Herford-Ost etwa 1100 Tiere beerdigt – überwiegend Hunde und Katzen, ein paar Vögel und sogar ein Leguan. Vor 23 Jahren sei man in der Region Vorreiter gewesen, sagt Tierbestatter Wilhelm Hellweg.

Doch inzwischen habe die Nachfrage stark nachgelassen. Das Geschäft sei um mindestens 50 Prozent eingebrochen. »Wir haben im Monat noch zwei Beerdigungen – wenn’s

hochkommt«, bedauert er.

Zunehmende Konkurrenz

Der 60-Jährige führt diese Entwicklung vor allem auf die zunehmende Konkurrenz durch

Krematorien zurück, die in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen seien. Und auch die Bestattung im eigenen Garten werde offenbar mehr und mehr zur Alternative. Hellweg: »Die kostet schließlich gar nichts.« In Schwar­zenmoor zahlt man für ein Grab je nach Größe bis zu 340 Euro.

Uwe Hellweg hat schon mit dem Gedanken gespielt, einen Nachfolger zu suchen, dann aber wieder verworfen. Ein paar Jahre will er noch weitermachen. »Es ist ein schönes Gefühl, den Menschen dabei zu helfen, ihre Trauer zu überwinden.«

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