Bildungscampus in Herford: Kammer in Münster prüft Vergabeverfahren 1,5 Millionen Euro Mehrkosten für Container?

Herford (WB). Wie teuer das von der Stadt Herford geplante Containerdorf für die Fachhochschule für Finanzen auf dem Stiftberg werden wird, ist offen. Klar ist: »Es wird mit Mehrkosten verbunden sein«, bestätigte Norbert Landshut, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH), am Montag.

Von Peter Schelberg
Das Gelände der ehemaligen Hammersmith-Kaserne in Herford. Archiv-
Das Gelände der ehemaligen Hammersmith-Kaserne in Herford. Archiv- Foto: Moritz Winde

Inzwischen gehen Insider davon aus, dass die Stadt für die Zwischenlösung auf dem Areal der Hammersmith-Kaserne zusätzliche Mittel in einer Größenordnung von 1,5 Millionen Euro bereitstellen muss.

Der Hintergrund: Im September hatte der Rat den Ausbau der 2. Stufe des Bildungscampus beschlossen. Dazu sollten mit Millionen-Aufwand fünf Kasernengebäude auf dem Hammer­smith-Gelände umgebaut werden, um dort ab 1. September 2018 weitere 340 Studenten und Dozenten der FHF unterbringen zu können. Dieser Zeitplan ist allerdings nicht mehr zu halten, nachdem ein Herforder Architektenbüro gegen die von der Stadt veranlasste Vergabe der Generalplanung Einspruch erhoben hatte .

Der Rat muss deshalb in einer Sondersitzung am 15. Januar über eine Notlösung entscheiden: SEH-Chef Landshut will auf dem Exerzierplatz der Kaserne 500 Wohn- und Sanitärcontainer aufstellen lassen – diese Behelfsunterkünfte sollen dann mindestens ein Jahr genutzt werden. Die Finanzverwaltung NRW würde dem Vernehmen nach die Containerlösung akzeptieren.

Sie soll zudem signalisiert haben, die zunächst auf ein Jahr angesetzte Behelfslösung nicht auf die vereinbarte Laufzeit von sieben Jahren für die Nutzung der Kasernengebäude anzurechnen.

Die Vergabeentscheidung der Stadtentwicklungsgesellschaft wird zurzeit auf Antrag des Architekten, der im Herbst gegenüber einem Mitbewerber das Nachsehen hatte, rechtlich unter die Lupe genommen. Bei der Vergabekammer Westfalen sei ein entsprechendes Nachprüfungsverfahren anhängig, teilte Andreas Winnemöller von der Pressestelle der Bezirksregierung Münster am Montag mit. In solchen Fällen darf der öffentliche Auftraggeber einen Zuschlag so lange nicht erteilen, bis die Vergabekammer über den Antrag entschieden hat.

»Voraussichtlich wird für Freitag, 19. Januar, ein Verhandlungstermin der Vergabekammer angesetzt«, sagte Winnemöller. Der Beschluss der Kammer werde den Beteiligten innerhalb der folgenden 14 Tage zugestellt: »Gegen die Entscheidung kann vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf als zweiter Instanz Beschwerde eingelegt werden.« Die Verhandlung der Kammer ist nicht öffentlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.