Dänischer Autor sucht Verlag für deutsche Übersetzung Erster Roman über Elisabeth

Herford (WB/man). Stig Dalager (65) ist einer der bekanntesten Autoren Dänemarks. Zahlreiche historische Romane hat er veröffentlicht, davon sind vier ins Deutsche übersetzt worden. Im Frühjahr erschien sein Roman über Elisabeth – einen deutschen Verleger sucht er bisher erfolglos.

Der Autor Stig Dalager vor drei Jahren bei einem Herford-Besuch: Von der Museumsleiterin Sonja Langkafel lässt er sich hier ein Elisabeth-Gemälde zeigen.
Der Autor Stig Dalager vor drei Jahren bei einem Herford-Besuch: Von der Museumsleiterin Sonja Langkafel lässt er sich hier ein Elisabeth-Gemälde zeigen.

Zwar sei der gute Wille vorhanden, so Dalager, aber der deutsche Buchmarkt sei sehr kommerziell. Weil die Person der Elisabeth in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt sei, zögerten die Verleger. Zwecks Recherche hatte sich der Autor vor drei Jahren in Herford aufgehalten. Einen weiteren Besuch will er mit der Vorstellung des Buches in deutscher Sprache verbinden.

Dalager zählt Elisabeth zu den »ersten weiblichen Philosophen in Europa«. In dem Briefwechsel mit Descartes seien erstmals grundlegende Gedanken der Moderne wie Toleranz oder Vernunftgebrauch formuliert worden. Den Praxistest bestand ihr Denken in Herford, als sie Quäkern und Labadisten, die in vielen Ländern verfolgt wurden, Asyl gewährte.

Der Titel des 400 Seiten umfassenden Romans – der erste überhaupt über Elisabeth – könnte ins Deutsche übersetzt »Eine Frau in ihrem Jahrhundert« heißen. Eine wichtige Rolle spielt die Beziehung zu Descartes – bei Dalager nicht nur durch Respekt und Freundschaft gekennzeichnet. Vielmehr spricht er von einer Liebe, die angesichts des plötzlichen Todes von Descartes im Jahr 1750 tragischerweise unerfüllt geblieben sei – das Herz liest mit.

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