Betreiber-Ehepaar Pohlmann will neuen Partyservice eröffnen - mit Video Stadthotel-Möbel gehen in die Ukraine

Herford (WB). Die letzte Weihnachtsfeier im Stadthotel Pohlmann ist erst am Montag zu Ende gegangen, schon am Mittwochabend lag das Mobiliar verpackt auf dem Lkw Richtung Ukraine. Das Betreiber-Ehepaar ist derweil dabei, eine neues Unternehmen aufzubauen.

Von Jan Gruhn
Ab auf den Lkw für die Ukraine: Kai und Heike Pohlmann (hinten, links) spenden ihre Möbel dem Verein Brückenschlag um Karl-Hermann Krog (sitzend).
Ab auf den Lkw für die Ukraine: Kai und Heike Pohlmann (hinten, links) spenden ihre Möbel dem Verein Brückenschlag um Karl-Hermann Krog (sitzend). Foto: Jan Gruhn

Seit 1997 gehörte der Hotel-Bau an der Mindener Straße Heike (48) und Kai Pohlmann (49), zuvor hatten sie bereits das Restaurant betrieben.  Jetzt ist endgültig Schluss: Im Januar soll nach einigen Querelen die Schlüsselübergabe an den neuen Besitzer Max Artemkin erfolgen. Er will investieren und ein sogenanntes Boarding-Haus schaffen.

Möbel kommen Kriegsgeschädigten zu Gute

Derweil haben seit Freitag kräftige Männer aus der Ukraine fleißig Schränke auseinander geschraubt, Betten verpackt sowie Tische und Stühle auf einen Lkw geladen. Donnerstagfrüh machte dieser sich dank des Vereins Brückenschlag auf in Richtung Osteuropa. »Die Möbel sind bestimmt für zwei Hospitäler«, erklärte Vereinsvorsitzender Prof. h.c. Karl-Hermann Krog. Eines davon sei eine Reha-Einrichtung, in der Kriegsgeschädigte aus der Ostukraine untergebracht seien.

»Es ist ein besonderes Weihnachtsgeschenk«, meint Krog. Denn die Ausstattung vor Ort sei, wie in ländlichen Gegenden üblich, sehr spärlich. Insgesamt dürfen sich die Beschenkten über etwa 50 ehemalige Hotelbetten, 130 Stühle, 60 kleine Tische sowie 40 Schränke freuen. Hinzu kommen noch Bettwäsche, sowie ein industrieller Waschautomat, eine Heißmangel und ein Trockner. Es ist bereits die elfte Lkw-Ladung, die Brückenschlag in die Ukraine bringt. Insgesamt sind es damit laut Karl-Hermann Krog bereits 177 Ladungen. Weitere sollen natürlich folgen.

Vereine halten bis zum Schluss die Treue

»Wir kennen Professor Krog schon sehr lange«, erklärte Heike Pohlmann die

Umbau dauert

Nach einigen Streitigkeiten, über die beide Parteien nicht sprechen wollten, soll der Schlüssel fürs dann ehemalige Stadthotel Pohlmann im Januar an den neuen Besitzer Max Artemkin übergeben werden. »Wir durften bisher nicht rein«, sagte der neue Eigentümer. Einen konkreten Zeitplan hat er eigenen Angaben zufolge noch nicht. »Aber ein Jahr wird es mindestens dauern.« So habe es zum Beispiel einige Wasserschäden gegeben. »Das Haus ist groß, aber wir haben keinen Zeitdruck.«

Entscheidung, das Mobiliar zu spenden. Schließlich sei er mit den Initiativen und Vereinen, in denen er tätig ist, schon seit langen Jahren Gast im Hause gewesen.

»Bis zum Schluss haben wir mehr als 40 Vereine hier gehabt«, sind Kai und Heike Pohlmann stolz auf die Verbundenheit, die sich zwischen ihnen und ihren Stammgästen aufgebaut habe.

Neuer Partyservice soll im Februar eröffnet werden

Wenn sich für die Pohlmanns die Hoteltüren schließen, geht es aber gleich weiter: In einer ehemaligen Werkstätte am Otternbuschweg wollen sie die Zentrale für ihren neuen Partyservice einrichten. Etwa Mitte Februar, so schätzt das Gastro-Pärchen, soll es soweit sein. »Wir haben neben dem Restaurant und dem Hotel schon immer Catering gemacht«, sagt Heike Pohlmann. »Eine Stammkundschaft ist also schon vorhanden. Wir fangen nicht bei Null an.«

Dass die Möbel jetzt einem neuen Zweck zugeführt würden, sei eine gute Sache. Trauer, dass nach mehr als 20 Jahren am Ufer der Werre bald Schluss ist? »Nein. Es ist ein Gebäude, es besteht nur aus Steinen«, sagte Heike Pohlmann. Aber den täglichen Kontakt zu den Gästen, den würden sie dann doch vermissen. 

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