Ohne Ehrenamtliche geht es nicht Mit Comedy und Musik: Kreis Herford sagt zum Jahresabschluss »Danke«

Herford (WB). Dass ihr Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen eine wichtige Rolle spielt, wissen die ehrenamtlichen Helfer schon lange. Auf der Jahresabschluss-Veranstaltung des kommunalen Integrationszentrums hat eine Expertin aus Berlin das jetzt wissenschaftlich untermauert.

Von Jan Gruhn
Senay Duzcu erzählt aus ihrem Leben als Deutsch-Türkin: Ihre Eltern haben sie auf eine katholische Klosterschule geschickt. »Ich bin halb Muslimin, halb Christin.«
Senay Duzcu erzählt aus ihrem Leben als Deutsch-Türkin: Ihre Eltern haben sie auf eine katholische Klosterschule geschickt. »Ich bin halb Muslimin, halb Christin.« Foto: Jan Gruhn

Dr. Misun Han-Broich hat zur Wirkung ehrenamtlicher Arbeit geforscht und festgestellt: Ohne geht es nicht. Als Beispiel führte die gebürtige Koreanerin von der Evangelischen Hochschule Berlin an: »Viele Frauen mit Trauma-Erfahrungen öffnen sich nicht beim Therapeuten, sondern im Gespräch mit den Ehrenamtlichen.«

Landrat will Hände schütteln, Chor singt

Grund genug für Landrat Jürgen Müller, bei der Veranstaltung des Projektes Komm-An NRW im Kreishaus am Mittwochabend den mehr als 500 ehrenamtlichen Helfern im Kreis Herford zu danken. »Ich würde ihnen allen am liebsten persönlich die Hand schütteln.« Die etwa 50 Anwesenden nahmen das Lob gerne stellvertretend entgegen.

Ein musikalisches Dankeschön lieferten die jungen Frauen vom Chor Teen Stones aus Enger. Unter anderem mit dem Song »Farbenspiel des Winds« aus Disneys Pocahontas brachten sie die Flüchtlingsarbeit auf den Punkt. Im Lied heißt es nämlich: »Doch folge nur den Spuren eines Fremden, dann verstehst du und du lernst noch was dazu.« Bei »Ein Hoch auf uns« (Andreas Bourani) kam bei den Ehrenamtlern für einen Moment ein klein bisschen Stolz auf die eigene Arbeit auf.

»Halb Muslimin, halb Christin«

Dass ein Leben zwischen den Kulturen nicht schlimm, sondern durchaus witzig sei kann, machte Stand-Up-Entertainerin Senay Duzcu deutlich. »Ich bin halb und halb«, erklärte Duzcu. »Halb Muslimin, halb Christin.« Denn ihre Eltern hätten sie auf eine katholische Klosterschule mit Nonnen geschickt. »Mein Vater hat gesagt: Das ist eine gute Schule, die Lehrerinnen sehen alle aus wie deine Mutter.«

Zur Begründung, warum ihre Mama immer zwei Schritte hinter ihrem Vater herlaufe, erklärte Duzcu lapidar: »Meine Mutter hat gehört, dass in Deutschland seit dem Krieg noch so viele Bomben im Boden liegen.« Etwas fürs Auge brachte die Tanzschule Roemkens mit kubanischen Klängen auf das Parkett.

Galerie mit unterstützten Projekten

Nach dem offiziellen Teil durften sich die Gäste am alevitischen Buffett gütlich tun und anhand einer Fotogalerie jene Initiativen kennenlernen, die 2016 und 2017 über das Förderprogramm Komm-An unterstützt wurden. Dazu gehören zum Beispiel Asyl Spenge e.V., der Verein Vlothoer für Flüchtlinge, Una Terra sowie kommunale Träger. 

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