Schausteller Horst Laffontien feierte seinen 75. Geburtstag Glückwünsche für »Hoschel«

Herford (WB). Es gibt wohl nur wenige Besucher heimischer Volksfeste und Großveranstaltungen, die ihn noch nicht kennengelernt haben: Schausteller Horst Laffontien hat am Dienstag auf dem Herforder Weihnachtsmarkt seinen 75. Geburtstag gefeiert.

Von Peter Schelberg
Auch mit 75 rührt Horst Laffontien immer noch in vielen Töpfen: Die Herforder kennen ihn seit Jahrzehnten als Schausteller »Hoschel«, der mit Gastronomieständen und einem Catering-Service einen erfolgreichen Familienbetrieb aufbaute.
Auch mit 75 rührt Horst Laffontien immer noch in vielen Töpfen: Die Herforder kennen ihn seit Jahrzehnten als Schausteller »Hoschel«, der mit Gastronomieständen und einem Catering-Service einen erfolgreichen Familienbetrieb aufbaute. Foto: Jan Gruhn

»Hoschel – mach bitte mal drei Bier!«: Bestellungen wie diese sind nicht nur bei City-Kirmes, Hoekerfest oder Weihnachtslicht des Öfteren zu hören, wenn der freundliche Mann mit dem markanten Schnauzbart mal wieder selbst in einem seiner Verkaufsstände am Zapfhahn steht und sich um das Wohl der Gäste kümmert. Mit vielen von ihnen ist Laffontien per Du – der Spitzname »Hoschel« ist seit vielen Jahren auch ein Zeichen dafür, dass der Schausteller nah dran ist an seinen Gästen und Kunden. Und gern das persönliche Gespräch sucht, wann immer es sein hektischer Job zulässt.

Ob im Kreis Herford, in Düsseldorf, Vechta oder Bad Arolsen: Der Betrieb von Gastronomieständen auf Volksfesten und Catering – auch für Feiern namhafter Unternehmen in der Region – sind für den 75-Jährigen zur Lebensaufgabe geworden. Dabei hält ihm seine Frau Ingrid den Rücken frei. Sohn Björn führt die Tradition der Schaustellerfamilie mit einem eigenen Cateringunternehmen fort.

Gebürtig stammt Horst Laffontien aus Schwerte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Familie nach Herford gezogen, wo er sich später selbstständig machte. »Meine erste Bühne bei einer Open-Air-Veranstaltung hat noch Willy Brandt eingeweiht«, blickt er zurück. In seine unternehmerische Tätigkeit sei er hineingewachsen: »Ich habe immer gern und mit Überzeugung gearbeitet – und ich freue mich deshalb auch über die Anerkennung und Wertschätzung der Herforder Bürger, die uns stets die Treue gehalten haben.«

Auch mit 75 rührt Laffontien senior immer noch in vielen Töpfen. Sein Handy klingelt im Minutentakt, denn es gibt immer irgendetwas zu regeln, und sein Rat und seine Meinung sind gefragt. Gelegentlich meldet er sich auch öffentlich zu Wort, wenn es um die Zukunft seiner Heimatstadt geht: »Herford ist mir ans Herz gewachsen«, betont er. »Und wenn man etwas Positives bewegen will, muss man sich auch persönlich dafür einsetzen.« Vieles hat er bereits in Eigeninitiative und mit großem persönlichen Engagement auf den Weg gebracht. »Ich versuche, Menschen zusammenzuführen, damit wir unsere Stadt gemeinsam nach vorn bringen.«

Die Aufstellung des großen Weihnachtsbaum zum Auftakt des Weihnachtslichtes auf dem Alten Markt ist »inzwischen eine Familienaufgabe geworden«, erzählt Horst Laffontien. Eine zusätzliche Attraktion sind die rot und blau blinkenden Lämpchen, die an Björn Laffontiens »Ravensberger Himmelspforte« die Geburt eines Mädchens oder eines Jungen in einer der beiden Herforder Kliniken signalisieren. »Ein großer Wunsch wäre, dass wir wieder eine starke Werbegemeinschaft bekommen«, betont er.

Zum Geburtstag gratulierten am Dienstag auch viele Freunde, Gäste und Bekannte aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, die sich abends am »Traditionsstand« auf dem Linnenbauerplatz einfanden und mit Horst Laffontien auf das neue Lebensjahr anstießen. Ans Aufhören denkt der rührige 75-Jährige nicht: »Ich arbeite weiter, solange ich kann!«

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