Urteile nach Überfall auf Herforder Juwelier-Geschäft Mehrjährige Haftstrafen für Schmuckräuber-Trio

Herford (WB). Zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren hat das Landgericht Bielefeld am Montag die drei Schmuckräuber verurteilt, die am 11. Mai das Juweliergeschäft Krüger in der Berliner Straße ausgeraubt hatten. Neben dem schweren Raub urteilte die Strafkammer auch eine gefährliche Körperverletzung aus. Eine 60-jährige Verkäuferin leidet nach dem Überfall bis heute unter psychischen Folgen und muss therapiert werden.

Von Steve Wasyliw
Spezialeinsatzkräfte der Polizei nahmen die Täter fest, die sich im Hotel »Münchner Hof« einquartiert hatten.
Spezialeinsatzkräfte der Polizei nahmen die Täter fest, die sich im Hotel »Münchner Hof« einquartiert hatten. Foto: Oliver Schwabe

Sizilianer stürmten maskiert in das Schmuckatelier

Hauptakteure des brutalen Überfalls waren Housem H. (20) und Concetto Q. (35). Die beiden Sizilianer stürmten maskiert in das Schmuckatelier, bedrohten zwei Mitarbeiter und die Geschäftsführerin mit einer Softair-Pistole und flüchteten mit Schmuck und Bargeld in Höhe von 120.000 Euro. Ob eine Pfefferspraydose bei der Tat eingesetzt wurde, konnte abschließend nicht geklärt werden. Im nahegelegenen Hotel »Münchner Hof« wartete der dritte Beteiligte, Giorgio F. (22). Kurze Zeit später umstellten Spezialeinsatzkräfte der Polizei das Hotel und konnte die Schmuckräuber festnehmen.

F. dreieinhalb und Q. zu viereinhalb Jahre Haftstrafe

Die IV. Große Strafkammer verurteilte F. zu dreieinhalb und Q. zu viereinhalb Jahren Haftstrafe. H. bekam vier Jahren Jugendstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte wesentlich höhere Strafen beantragt. So sollten nach ihrer Ansicht die drei Italiener Haftstrafen zwischen fünf Jahren sowie acht Jahren und neun Monaten absitzen. Die Verteidiger plädierten auf mildere Strafen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In einem zweiten Verfahren wird gegen die zwei mutmaßlichen Drahtzieher der Tat verhandelt. Sie sollen die drei Italiener ausgewählt, nach Deutschland eingeflogen und in dem Herforder Hotel untergebracht haben. Neben dem Überfall auf das Juweliergeschäft Krüger soll auch ein weiterer Raub in Gütersloh auf das Konto der Hintermänner gehen.

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