Mutmaßlicher Drahtzieher gibt Beteiligung zu Schmuckraub: Giuseppe R. soll Juwelier ausgewählt haben

Herford/Bielefeld/Gütersloh (WB/swa). Nun wird auch den mutmaßlichen Drahtziehern der Prozess gemacht: Seit Donnerstag müssen sich zwei Italiener, die bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben, wegen zwei Raubüberfallen auf Juweliere in Gütersloh und Herford auf Juweliergeschäft Krüger gerichtlich verantworten.

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Symbolbild. Foto: dpa

Seit Oktober wird bereits gegen drei geständige Sizilianer verhandelt, die maßgeblich am Raub vom 11. Mai in der Berliner Straße beteiligt waren. In der kommenden Woche wird ein Urteil erwartet. Am Donnerstag startete nun vor dem Bielefelder Landgericht der Prozess gegen die Hintermänner des Schmuckraubs.

Fluchtwagen beschafft und Hotelzimmer angemietet

Kopf der italienischen Bande soll laut Staatsanwaltschaft Giuseppe R. aus Bielefeld sein. Ihm wirft die Anklage vor, die in Frage kommenden Juweliere in der Region ausgekundschaftet und bewertet zu haben, ob ein Raub lohnen würde. Zudem soll der 41-Jährige Fluchtwagen beschafft und Hotelzimmer für die weiteren Tatbeteiligten angemietet haben.

Der gebürtige Sizilianer, der seit 1998 in Deutschland lebt, räumte am ersten Verhandlungstag über eine Erklärung seines Anwalts Ulrich Kreft ein, bei dem Überfall unterstützend geholfen zu haben. So sei er es gewesen, der das Geschäft ausgewählt und die Räuber im »Münchner Hof« untergebracht habe. Zudem habe er die Schreckschuss-Pistole und Pfefferspray besorgt. Über die genaue Durchführung will der Bielefelder nicht informiert gewesen sein.

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Wenn ihr viel Geld wollt, muss es ein Raub sein.

Giuseppe R.

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Zwar habe er zu einem finanziell lukrativen Raub geraten (»Wenn ihr viel Geld wollt, muss es ein Raub sein«), jedoch seinem involvierten Halbbruder von einer Beteiligung abgeraten. In seiner Aussage bezeichnete er das Geschehen vom 11. Mai als »aus dem Ruder gelaufen«. Die Mitarbeiter des Schmuckateliers wurden mit der Pistole bedroht und leiden zum Teil noch bis heute unter den psychischen Folgen.

Nach dem Überfall habe er den Anruf des Raubtrios aus dem »Münchner Hof« erhalten. Die Aufgabe von R. hätte darin bestanden, den Tätern samt Diebesgut in Höhe von 120.000 Euro eine Flucht zu ermöglichen. Doch die Zufahrtsstraßen zum Hotel seien bereits durch eine Einheit des Sondereinsatzkommandos gesperrt gewesen.

Neben R. ist auch Alessio S. (32) angeklagt

Neben R. ist auch Alessio S. (32) aus Kempten im Allgäu angeklagt. Die beiden Sizilianer kennen sich seit Jugendzeiten. Verteidiger Vincenzo Copertino ließ das Gericht auf eine spätere Einlassung seines Mandanten hoffen. Die Staatsanwaltschaft wirft S. vor, die weiteren Räuber aus Italien ausgewählt und die Beute aufgeteilt zu haben.

Neben dem Herforder Raub ist das Duo auch wegen eines Überfalls in Gütersloh angeklagt. Am 26. April soll die Bande bei einem Juwelier mit insgesamt 339.000 Euro geflohen sein.

Die Strafkammer setzt für die strafrechtliche Aufarbeitung acht Verhandlungstage an. Der Prozess wird am 8. Januar fortgesetzt.

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