6300 Besucher sehen Neu-Inszenierung im Stadttheater Dornröschen macht Randale

Herford (WB). Dornröschen ist einmal mehr erwacht und dieses Mal auch im 21. Jahrhundert angekommen, in dem der Prinz sie via Smartphone über das Internet ausfindig gemacht hat. 6300 Besucher kamen seit Sonntag in das Stadttheater Herford, um sich die Neu-Inszenierung des Märchens mit der Musik der Bielefelder Kinder-Rockband Randale anzusehen.

Von Christina Falke
Happy End: Dornröschen (Wenja Imlau) trifft ihren Prinzen Achmed (Thomas Ehrlichmann). 6300 Besucher haben im Stadttheater Herford die Neu-Inszenierung des Märchens gesehen.
Happy End: Dornröschen (Wenja Imlau) trifft ihren Prinzen Achmed (Thomas Ehrlichmann). 6300 Besucher haben im Stadttheater Herford die Neu-Inszenierung des Märchens gesehen.

Neun Mal spielte das fünfköpfige Ensemble von Sonntag bis gestern immer vor ausverkauftem Haus – am Sonntag schlüpften dabei sogar die Randale-Rocker zur Premiere in die Kostüme.

Ab Montag wurden die Kita- und Grundschulkinder mit ihren jeweiligen Betreuern in Bussen aus Herford und dem Umkreis zu den zweimal täglich stattfindenden Veranstaltungen gefahren.

Ganz wuselig ging es dann im Foyer des Theaters her. Die Aufregung der Kinder war förmlich zu spüren, vor allem, dass sie es kaum erwarten konnten, endlich ihre Plätze im Saal einzunehmen. Aber die Minuten bis zur Aufführung sollten sie noch auf eine weitere Geduldsprobe stellen – das alljährliche Warten auf den Weihnachtsmann schien für die Kleinen ein Klacks dagegen zu sein.

700 Kinderstimmen schallen durch den Saal

Als der Vorhang sich zu bewegen begann, rissen alle Kinder ihre Augen weit auf und starrten wie gebannt auf die Bühne, die sie die kommenden 60 Minuten auch nicht mehr aus ihrem Blick ließen. Ganz euphorisch verfolgten sie das Stück und kommentierten dazu fleißig die Handlung – vor allem, als sie Dornröschen, gespielt von Wenja Imlau, davon abhalten wollten, die Spindel zu berühren. 700 Kinderstimmen schallten zeitgleich durch den Saal.

Neue Adaption des Märchens

Gemeinsam hatten sich das Landestheater Detmold mit Christian Schäfer, Intendant des Theaters Gütersloh, sowie Jochen Vahle und seiner Band Randale zusammen getan und eine neue Adaption des Märchens verfasst. Und wieder einmal haben Vahle und Co. es geschafft, die Kinder auf ihre Art anzusprechen, sie dabei ernst zu nehmen, aber nicht wie kleine Erwachsene zu behandeln. Eine großartige Inszenierung des Grimmschen Märchens, die keinen Moment lang langweilig oder übertrieben kindlich daher kommt. Ein Kinder-Rock-Musical, das sehenswert ist, nicht zuletzt, da es die heutigen Befindlichkeiten der Gesellschaft aufgreift.

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