Angeklagter bestreitet Vorwürfe – Urteil erst nächstes Jahr Stiefvater soll Tochter über Jahre missbraucht haben

Herford/Bünde (WB/jmg). Seit Dienstagmorgen muss sich ein Bünder (50) vor dem Herforder Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen verantworten. Oliver H. soll seine damals minderjährige Stieftochter mehrfach und über Jahre zu sexuellen Handlungen gedrängt haben.

Oliver H. soll seine damals minderjährige Stieftochter mehrfach und über Jahre zu sexuellen Handlungen gedrängt haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe in vollem Umfang.
Oliver H. soll seine damals minderjährige Stieftochter mehrfach und über Jahre zu sexuellen Handlungen gedrängt haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe in vollem Umfang. Foto: Lukas Brekenkamp

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe in vollem Umfang. Weil für Verteidigung und Staatsanwaltschaft noch zu viele Fragen offen sind, wird der Prozess laut Richterin Alea Blöbaum im kommenden Jahr fortgesetzt. Einen Termin gebe es noch nicht.

Zunächst an Bauch und Schambereich berührt

Angefangen haben soll es damit, dass der Stiefvater ab etwa 2005 die damalige Teenagerin beim Gute-Nacht-Ritual an Bauch und Schambereich berührt haben soll. Nachdem die Jugendliche dann in ein anderes Zimmer im gleichen Haus gezogen sei, sei der Stiefvater laut Aussage der als Nebenklägerin auftretenden Frau immer zudringlicher geworden. Er habe sie gegen ihren Willen zwischen den Beinen gestreichelt und dabei auch die Unterwäsche beiseite geschoben haben. Das habe sich im Laufe der Zeit gesteigert.

»Dann hat er mich immer wieder gefragt, ob er etwas neues ausprobieren dürfte«, erklärte die junge Frau unter Tränen. Wenn es ihr nicht gefalle, könnte sie es schließlich sagen, soll der Stiefvater erklärt haben. Der Angeklagte soll sie sogar später mehrfach oral missbraucht haben. Aus Angst habe sie sich nicht gewehrt, Lust habe sie keine empfunden. Zum eigentlichen Beischlaf sei es nicht gekommen.

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Ich habe immer versucht, mich abzulenken oder auf den Fernseher zu schauen

Nebenklägerin

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»Ich habe immer versucht, mich abzulenken oder auf den Fernseher zu schauen«, sagte die Nebenklägerin gegenüber Richterin Blöbaum. Später habe sie zudem versucht, H.s sexuelle Wünsche für sich zu nutzen, um zum Beispiel länger mit Freunden feiern gehen zu dürfen. Im Nachhinein glaube sie, dass ihre Mutter das Verhältnis bemerkt haben müssen.

Wegen anonymer Hinweise habe das Jugendamt die junge Frau vor etwa sieben Jahren in Obhut genommen, seitdem bestehe kein Kontakt. Die Stieftochter ist mittlerweile selbst verheiratet und hat ein Kind. Aber nach eigenen Aussagen belasten die Taten, derer sie ihren Stiefvater beschuldigt, noch immer ihr Leben. Bereits 2011 habe es ein Verfahren gegeben, das allerdings eingestellt worden sei. Durch die erneute Anzeige wolle sie, »dass er seine gerechte Strafe bekommt.«

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