Ren Rong beim Herforder Kunstverein: Sein Thema ist der Dialog Der große Kommunikator

Herford (WB). Ein Wort ist im Gespräch mit Ren Rong immer wieder zu hören: Dialog. Zum einen diskutiert der 57-Jährige gerne über seine Kunst, zum anderen hat sie den Dialog zum Thema – als Dialog zwischen den Kulturen.

Von Hartmut Horstmann
Zwischen die Säulen stellt Ren Rong diese Skulptur – eine Inszenierung des Dialogs zwischen Abend- und Morgenland. Auf dem Stahl darf der Besucher auch Klänge erzeugen.
Zwischen die Säulen stellt Ren Rong diese Skulptur – eine Inszenierung des Dialogs zwischen Abend- und Morgenland. Auf dem Stahl darf der Besucher auch Klänge erzeugen. Foto: Hartmut Horstmann

International anerkannter Künstler

Gelegenheit, seine Kunst kennenzulernen, besteht im Herforder Daniel-Pöppelmann-Haus. Dass es den Verantwortlichen des Kunstvereins gelungen ist, einen hochkarätigen Künstler zu gewinnen, macht bereits ein kurzer Blick auf Ren Rongs bisherige Ausstellungstätigkeit deutlich. So nahm er laut Sonja Ziemann-Heitkemper (Kunstverein) an der Biennale teil, zuletzt hatte er Einzelausstellungen im Duisburger Lehmbruck-Museum und im Hagener Osthaus-Museum.

»Pflanzenmenschen« heißt die Ausstellung im Pöppelmann-Haus, die bis zum 25. Februar zu sehen ist. Es handelt sich um eine Kooperation mit der Stiftung Bildung und Kultur Witten, dessen Vorstand Professor Detlef H. Mache den Schöpfer der Pflanzenmenschen zu den international anerkanntesten zeitgenössischen Künstlern rechnet.

Utopie einer Symbiose

Ren Rong lebt in Peking und Bonn. Seine Pflanzenmenschen stellen eine Art Symbiose dar, indem sie Symbole aus östlichen und westlichen Kulturen verbinden. Und egal ob als Stahl- oder Holz- oder Papierarbeit: In den Figuren drückt sich die Utopie einer Symbiose von Mensch und Natur aus. »Schließlich haben wir nur diese eine Welt«, sagt Detlef Mache.

Inwieweit auch China in puncto Umweltbewusstsein mächtig aufholt, erfährt Ren Rong an der eigenen Kunst. So gibt es nicht nur Stahlarbeiten, die er rosten lässt, sondern auch solche, die er mit Lack konserviert. Das Auftragen des Lacks jedoch werde mittlerweile kontrolliert, erläutert er.

Kunst im öffentlichen Raum

In Herford sei nur ein kleiner Teil seiner Arbeiten zu sehen, betont der Künstler. Auch bei den Formaten kam er an Grenzen. Immerhin wird eine mehr als drei Meter hohe Skulptur im Innenhof ausgestellt – rostig und eigentümlich filigran zugleich. Um auch hier den Dialog der Kulturen in Szene zu setzen, hat der Künstler die moderne Arbeit zwischen alte Säulen gestellt. Wer mag, kann mit einem daneben hängenden Gegenstand auf die Skulptur einschlagen und so Klänge erzeugen, die manche Musik nennen.

Der große Dialog-Kommunikator Ren Rong macht kein Geheimnis daraus, dass er Arbeiten für den öffentlichen Raum als seine besondere Stärke sieht. Ob so etwas auch in Herford möglich sei, fragt er interessiert. Und Sonja Ziemann-Heitkemper antwortet: »Bestimmt! Sponsoren sollen sich melden.«

Ren Rong: Pflanzenmenschen – Ein Dialog mit der Sprache der Kunst (bis 25. Februar).

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