Küchenbauer wird liquidiert – 400 Jobs in Enger betroffen - Investor will rechtliche Schritte einleiten Alno-Aus: Ende der Hoffnung für Wellmann

Enger/Pfullendorf (WB). Der insolvente Küchenbauer Alno mit der Tochter Wellmann in Enger hat endgültig keine Zukunft mehr. Nachdem auch der letzte Kaufinteressent abgesprungen ist, wird der Konzern abgewickelt und allen Mitarbeitern gekündigt.

Von Oliver Horst
Auch bei der Alno-Tochter Wellmann in Enger laufen die Vorbereitungen für die Verwertung der Vermögensgegenstände.
Auch bei der Alno-Tochter Wellmann in Enger laufen die Vorbereitungen für die Verwertung der Vermögensgegenstände. Foto: Oliver Schwabe

Auch für die fast 400 zum Großteil seit Mitte Oktober freigestellten Wellmann-Mitarbeiter ist damit das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen. Insolvenzverwalter Martin Hörmann teilte am Freitag mit, dass die Gespräche mit einem potenziellen Investor aus Asien für die Übernahme des Mutterkonzerns im baden-württembergischen Pfullendorf erfolglos geblieben sind.

Zuvor waren bereits alle anderen Interessenten abgesprungen. Der Geschäftsbetrieb werde nun kurzfristig eingestellt, die Liquidation vorbereitet. Den rund 1000 verbliebenen Mitarbeitern von Alno, Wellmann und einer Logistiktochter werde noch im November gekündigt.

Zuletzt Nummer drei in der Branche

»Wir haben gekämpft und alles versucht, um eine tragfähige Zukunftslösung für Alno zu finden«, erklärte Hörmann. Dafür hätte aber ein Investor bereit sein müssen, »entschlossen den Investitionsstau zu beseitigen« und erheblich zu investieren.

Der seit Jahren finanziell angeschlagene und Verluste schreibende Küchenbauer – zuletzt die Nummer drei der Branche hinter Nobilia (Verl) und Häcker (Rödinghausen) – hatte im Juli Insolvenzantrag gestellt.

Pino soll wieder produzieren

Seither versuchte Hörmann, Käufer zu finden. Das gelang ihm nur für die auf das Billigsegment spezialisierte Tochter Pino in Coswig (Sachsen-Anhalt). Diese wurde mit 230 Mitarbeitern Anfang Oktober von einer Investorengruppe um Nobilia übernommen.

Pino werde übernächste Woche die Produktion und Auslieferung wieder aufnehmen, erklärte Nobilia-Chef Dr. Lars Bopf am Freitag. Für eine begrenzte Zeit sollen noch 26 Alno-Mitarbeiter in Pfullendorf Küchenteile für Pino produzieren. Nach einer Nachfolgelösung werde nun gesucht, sagte Bopf. »Nobilia wird aber definitiv nicht für Pino produzieren.«

Rechtliche Schritte angekündigt

Am Alno-Hauptsitz werden etwa 60 Mitarbeiter und in Enger einige Beschäftigte länger als die maximal dreimonatige Kündigungsfrist tätig bleiben, um den Verkauf der Vermögensgegenstände vorzubereiten.

Dem Vernehmen nach sind aber einige Immobilien und Maschinen als Sicherheiten an Kreditgeber gegangen – und damit außen vor. Ersten Zugriff auf Verkaufserlöse hat die Arbeitsagentur für Leistungen für freigestellte Mitarbeiter. Danach erst wären die Gläubiger dran – darunter auch Mitarbeiter-Forderungen auf Basis der Sozialpläne.

Zudem zeichnet sich eine juristische Aufarbeitung der Pleite ab. Der vor einem Jahr eingestiegene Investor Tahoe kündigte rechtliche Schritte an, »damit diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die sich jahrelang auf Kosten des Unternehmens und seiner Beschäftigten Vorteile verschafft haben«. Ein Vorwurf, der sich gegen den früheren Vorstand um Max Müller richtet.

Kommentare

Armselig

Also Hoffnung hatten die Mitarbeiter in Enger ganz sicher seit dem 12.10. nicht mehr, das ist einfach unsinnig.
Dass jetzt ausgerechnet die Prevent Leute ( Tahoe ) hier eine Aufarbeitung wollen, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Frei nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidigung. Wellmann war spätestens Geschichte, als die Hastors ihre Bosnien Pläne in die Tat umsetzten !

Klappe zu, Affe tot ! Ende !

1 Kommentare

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