Anstatt der Sanierung von Theater und Schützenhof soll in Herford eine Veranstaltungshalle entstehen Kählers Wunsch: Aus zwei mach eins!

Herford (WB). Bürgermeister Tim Kähler schlägt den Bau eines Veranstaltungszentrums (OWL-Forum) vor. Statt Stadttheater und Schützenhof könnte ein Neubau zur zentralen Bühne für Kultur- und Wirtschaftsveranstaltungen werden.

Von Ralf Meistes
Anstatt einer Sanierung von Stadttheater und Stadtpark Schützenhof schlägt Bürgermeister Tim Kähler den Bau eines Veranstaltungszentrums vor.
Anstatt einer Sanierung von Stadttheater und Stadtpark Schützenhof schlägt Bürgermeister Tim Kähler den Bau eines Veranstaltungszentrums vor. Foto: Kathrin Fischer (Montage)

Seine Ideen will Kähler in der Ratssitzung am Freitag, 8. Dezember, vorstellen. Ein Argument für den Neubau einer Halle hat er schon parat. Die Sanierung von Stadttheater und Stadtpark Schützenhof würde nach Berechnungen der Verwaltung 18,6 Millionen Euro (11,4 Millionen Theater und 7,2 Millionen Schützenhof) kosten. Vor diesem Hintergrund könne durchaus über einen Neubau nachgedacht werden, zumal der Stadt Herford eine echte Veranstaltungshalle fehle.

Über die Kosten für eine neue Halle könne zum jetzigen Zeitpunkt nichts gesagt werden. Auch nicht, wo sie errichtet werden solle. Herfords Bürgermeister will das geplante OWL-Forum, so der Arbeitstitel, allerdings als Projekt für das Regionalentwicklungsprogramm »Regionale 2022« anmelden. Hieraus erhofft sich Kähler erhebliche Fördermittel.

An einem Ort gebündelt

Schließlich sollen die bestehenden Veranstaltungsstätten, das Theater sowie der Schützenhof als Spielort und Hauptsitz der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD), an einem Ort gebündelt werden. »Es soll ein Mittelpunkt geschaffen werden, der kulturelle Angebote bündelt und durch seine moderne Bauweise zu einer Aufwertung der Kultur- und Freizeitangebote in der Region OWL beiträgt.

Zum anderen soll dem Mittelstand eine Repräsentationsplattform geboten und die Region OWL als ansprechender Wirtschaftsstandort hervorgehoben werden«, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Stadtrat am 8. Dezember.

Die Projektaufrufe im Rahmen der Regionale 2022 starten spätestens im zweiten Quartal 2018, weshalb für das Haushaltsjahr 2018 Planungskosten bereit gestellt werden müssten. »Ich finde, wir haben als Stadt hier eine große Chance. Wir könnten die NWD noch mehr leuchten lassen«, betont Herfords Bürgermeister. Mit der Regionale 2022 könne die Attraktivität der Region weiter erhöht werden. »Diese Gelegenheit wollen wir nutzen.«

Was wird aus Gebäuden?

Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen und die Stadt den Zuschlag für das Projekt erhalten, müsse im Folgenden auch darüber diskutiert werden, was aus dem Theatergebäude und dem Schützenhof wird. »Das wäre dann aber erst der zweite Schritt«, betont Kähler.

Der Stadtrat hatte im Mai die Verwaltung damit beauftragt, die Gesamtsanierung des Stadttheaters bis Ende 2020 vorzubereiten-

Bei einer Kostenschätzung für die Sanierung aus dem Jahr 2015 war noch von einer Summe in Höhe von 6,9 Millionen Euro die Rede. Durch eine Konkretisierung der Brandschutzmaßnahmen, eine verbesserte Bühnentechnik sowie veränderte Pläne bei der Heizungsanlage sei jetzt eine Summe von 11,4 Millionen Euro ermittelt worden. Eine Summe, zu der es aus den Reihen der Politik sicherlich noch Fragen geben wird.

Bei den Überlegungen muss berücksichtigt werden, dass das Ravensberger Gymnasium das Theater für 30 Veranstaltungen pro Schuljahr nutzt.

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