Landwirt, Pädagoge, Umweltschützer Hermann Koch ist im Alter von 68 Jahren gestorben

Herford (WB/man). Hermann Koch, einer der Mitbegründer der Recyclingbörse, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Hervorgetan hatte sich der Herforder stets durch sein Engagement als Umweltschützer und Pädagoge. Auf die Frage nach seinem Beruf sagte er vor Jahren bei der Vorstellung eines Pädagogik-Projektes jedoch: »Ich bin Landwirt.«

Hermann Koch auf seinem Bauernhof: Er engagierte sich stark für ökologische und soziale Projekte.
Hermann Koch auf seinem Bauernhof: Er engagierte sich stark für ökologische und soziale Projekte. Foto: Moritz Winde

Von der ökologischen Ausrichtung des Verstorbenen kündet schon die Fassade seines Hauses an der Bismarckstraße: Auch von der Straße aus ist eine gelbe Sonne zu sehen – ein bisschen Flair der 70er Jahre.

Vision eines Ökodorfes

Hermann Koch lebte auf einem Bauernhof, der sich in Familienbesitz befindet. Mit dem angrenzenden Grundstück, das ihm ebenfalls gehörte, wollte er die Vision eines Ökodorfes verwirklichen. Pläne wurden entworfen, doch seien die nicht zur Ausführung gekommen, sagt der Buchhändler Dirk Strehl, der Hermann Koch schon seit Jahrzehnten kennt. Gebaut wurde auf der riesigen Fläche an der Bismarckstraße trotzdem – eine normale Neubausiedlung ist dort entstanden.

Maßgeblich geprägt wurde Koch durch sein Studium bei dem »Pädagogen-Guru« Hartmut von Hentig in Bielefeld. So arbeitete er als Pädagoge für die Jugendhilfe Schweicheln und bot auf seinem Bauernhof ausgelagerte Heimplätze an. Die Jugendlichen hätten quasi zur Familie gehört, erinnert sich Dirk Strehl, dem vor allem das soziale und ökologische Engagement Kochs im Gedächtnis bleiben wird.

»Echte ostwestfälische Persönlichkeit«

Uneigennützig habe er immer wieder Geld für unterstützungswürdige Projekte zur Verfügung gestellt. Dabei habe er seine Ziele mit erstaunlicher Beharrlichkeit verfolgt – was seinen Freund zu der Formulierung veranlasst: »Hermann Koch war eine echte ostwestfälische Persönlichkeit gewesen – mit einem besonders starken eigenen Willen.«

Vor Jahren brachte es Koch sogar zu einer Erwähnung im Nachrichtenmagazin Spiegel. Ein von ihm erworbenes Gelände am Potsdamer Schlänitzsee stellte er für das Ausprobieren alternativer Schulformen zur Verfügung. Das Landbauprojekt (Montessori-Schule) richtet sich an Schüler der siebten und achten Jahrgänge.

Er selbst sah sich als »Anschieber«

»Kinder wollen in dem Alter nicht stur lernen, sondern sich ausprobieren, soziale Kontakte knüpfen«, beschrieb Koch vor Jahren den Ansatz. Er selbst sah sich als »Anschieber« des Projektes. Häufig besuchte er damals das Außencamp der Schule und übernachtete dabei wie die Heranwachsenden im Zelt oder im Bulli.

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