Sozialberatungsdienst: Chefin kritisiert Trinker-Treff-Politik »Unglaubwürdig«: Streit um Trinker-Treff geht weiter

Herford (WB/jmg). Der so genannte Trinker-Treff erregt wieder die Gemüter in der Herforder Politik. Im Sozialausschuss hat Sozialberatungsdienstleiterin Bettina Schelkle am Dienstag klare Worte für die Debatte um vermeintliche Problemlösungen gefunden. »Wir verbinden hier Ziele miteinander, die sich nicht verbinden lassen.«

Statt Martinsgang oder Brüderstraße: Der Trinker-Treff hat an der Volkshochschule einen neuen Platz gefunden.
Statt Martinsgang oder Brüderstraße: Der Trinker-Treff hat an der Volkshochschule einen neuen Platz gefunden. Foto: Jan Gruhn

Ausgelöst hatten Schelkles Brandrede Wortbeiträge aus der CDU-Fraktion. So hatte zum Beispiel Michèle Saskia Pohle gefragt, warum überhaupt ein neuer Treffpunkt für die Gruppen gefunden werden müsse, wie in der Vorlage aufgeführt. Stattdessen sollten Betroffene zum Entzug motiviert werden.

Neuer Treff an der Volkshochschule

Johannes Ridderbusch (Grüne) wollte wissen, was sich durch die ausgesprochenen Alkohol-Verbote in der Innenstadt getan habe. Zurzeit würden die Gruppen sich andere Plätze suchen, hieß es. Wie zum Beispiel neben der Volkshochschule.

Die Konsumenten zum Beispiel in den Tagesaufenthalt abzuschieben, den der Sozialberatungsdienst in der Hermannstraße anbiete, sei nicht die Lösung, so Einrichtungsleiterin Schelkle. Für sie gehe es im Kern der Debatte um die Frage: Wem gehört der öffentliche Raum?

Das sagen die Betroffenen

Die Argumentation, den etwaigen alkoholabhängigen Teilnehmern der Treffen helfen zu wollen, »finde ich nicht fair«. Die Alkoholverbote seien zudem der Versuch, mit einer Regelung ein Problem zu lösen, das sich so nicht lösen lasse – nämlich der Wunsch der Konsumenten nach Aufenthalt in der Öffentlichkeit.

Und die Betroffenen? »Wir haben uns an der VHS eben einen neuen Platz gesucht«, sagte am Mittwoch ein Treffteilnehmer. »Außerdem ist es ein Witz: Hier hängt das Verbotsschild und dahinter wird der Bierstand für den Weihnachtsmarkt aufgebaut«, ergänzt ein anderer Teilnehmer.

Kommentare

SOSO

Stattdessen sollten Betroffene zum Entzug motiviert werden....das wird doch nie funktionieren, denn die wollen davon nicht loskommen genauso wie Raucher und Drogenabhängige. Denn wenn die das wirklich wollten, dann geht das nur vom Kopf her, und da fehlt es denen....

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