Gewahrsam für eine Million Euro in Herford steht – Inbetriebnahme erst 2018 Neue Polizeizellen teuer und sicher

Herford (WB). Sicherheit wird groß geschrieben im neuen Polizeigewahrsam an der Hansastraße. Das hat allerdings seinen Preis. 1,05 Millionen Euro veranschlage der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) in Bielefeld für die Maßnahme, sagte BLB-Pressesprecher Carsten Pilz: »Damit haben wir den Kostenrahmen eingehalten.«

Von Peter Schelberg
Polizeidirektor Dirk Zühlke, BLB-Abteilungsleiter Matthias Cramer, BLB-Niederlassungsleiter Rolf Holler und Polizeidirektor Christian Brenski (von links) inspizieren die neuen Gewahrsamszellen.
Polizeidirektor Dirk Zühlke, BLB-Abteilungsleiter Matthias Cramer, BLB-Niederlassungsleiter Rolf Holler und Polizeidirektor Christian Brenski (von links) inspizieren die neuen Gewahrsamszellen. Foto: Peter Schelberg

Elektronik fehlt noch

Baulich sind die fünf Gewahrsamszellen – davon zwei Ausnüchterungs- und eine Sammelgewahrsamszelle – fertiggestellt. Bevor sie in Betrieb genommen werden können, müssen allerdings noch diverse elektronische Einbauten wie Alarmsysteme und computergestützte Anlagen installiert werden.

Ein Grund für die hohen Kosten: »Es handelt sich quasi um einen Neubau in einem

Eine »unkaputtbare«, beheizbare Liegefläche mit Fixierungsmöglichkeiten ist zentrales Element der Zelle. Schalter und Fenster sind flächenbündig verbaut. Foto: Peter Schelberg

bestehenden Gebäude, das dafür entkernt werden musste. Und hier kommt nichts von der Stange.« Das glaubt der Besucher beim Blick in eine der Ausnüchterungszellen gern: Allein die mehrfach gesicherte Stahltür nebst Zarge bringt laut Polizeisprecher Uwe Maser 500 Kilo auf die Waage, die Klappe in der Tür 40 Kilo.

Beheizbare Liegefläche

Zentrales Element des hellgrau gekachelten Raums mit Fußbodenheizung ist eine grau geflieste Liegefläche, die separat beheizt werden kann und mit einer Gummiauflage versehen wird. Die Fenster, die sich nicht öffnen lassen, sind flächenbündig in die Wand eingelassen, ebenso Notrufschalter, Beleuchtung und Lautsprecher. Pilz: »Jede Möglichkeit, dass sich ein Insasse in seiner Zelle selbst strangulieren könnte, muss ausgeschlossen werden.« Bei der Ausführung des Gewahrsams, der den überarbeiteten Richtlinien des Landes entsprechen müsse, stünden zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen, jegliche Selbstgefährdung für die Eingesperrten auszuschließen – zum anderen, die Arbeit der Beamten so sicher wie möglich zu machen.

»Das neue Gewahrsam ist mehr als ein Facelift«, stellt Polizeidirektor Dirk Zühlke klar. Baulich seien massive Veränderungen erforderlich gewesen und im »alten« Gewahrsam habe es beispielsweise auch keine Videoüberwachung gegeben. Bis zur Inbetriebnahme in Herford müssen Delinquenten noch in Bünder Polizeizellen untergebracht werden: »Das dortige Gewahrsam werden wir schließen, sobald wir in Herford starklar sind«, sagt Zühlke. Mit BLB-Abteilungsleiter Matthias Cramer und BLB-Niederlassungschef Rolf Holler geht er davon aus, dass dies im Laufe des Jahres 2018 der Fall sein wird.

Kommentare

Michael schönow, bitte Hirn einschalten

Herr Schönow, bitte Hirn einschalten. Mit einer Decke können sich Delinquenten strangulieren. Einfach mal Text lesen.

warum

wird so was gemacht? Hätte eine Gitterbox nicht gereicht? Und von der Hansastraße zur JVA sind es doch nur ein paar Schritte. Alleine beheizbare Liegefläche...eine Bettdecke würde doch reichen. Anstatt dafür Millionen auszugeben hätte die Polizei sich über größere Autos gefreut. Und wie lange wurde gebaut? War das Straßen NRW tätig, weil es soooo lange gedauert hatte?

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