Chorfesttage beginnen im Münster mit Mendelssohns »Reformationssinfonie« Gewaltiges zum Luther-Jahr

Herford (WB). Imposant sind die 8. Herforder Chorfesttage gestartet. In der Münsterkirche haben die beteiligten Gruppen zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ihre Stimmen und Instrumente erklingen lassen.

Von Sophie Hoffmeier
Die 8. Herforder Chorfesttage stehen im Zeichen des Reformationsjubiläums. Sänger des Herforder Münsterchores und der Kantorei Bad Kissingen sowie Musiker der Thüringen Philharmonie Gotha sorgen für eine gelungene Eröffnung der Veranstaltung in der Münsterkirche.
Die 8. Herforder Chorfesttage stehen im Zeichen des Reformationsjubiläums. Sänger des Herforder Münsterchores und der Kantorei Bad Kissingen sowie Musiker der Thüringen Philharmonie Gotha sorgen für eine gelungene Eröffnung der Veranstaltung in der Münsterkirche. Foto: Sophie Hoffmeier

Reihe um Reihe füllte sich das Podium mit den Sängern des Herforder Münsterchores und der Kantorei Bad Kissingen. Sie bauten sich zu einem eindrucksvollen Bild auf. Im Kirchraum war es währenddessen vollkommen ruhig. Mit dem ersten Ton legte sich diese Stille. Der Klang von fast 100 Stimmen entfaltete sich zwischen den hohen Decken des Gotteshauses. Gleichzeitig begannen die Musiker der Thüringen Philharmonie Gotha, ihre Instrumente erklingen zu lassen. Gemeinsam stimmten sie die kirchliche Fest-Ouvertüre über den Choral »Eine feste Burg ist unser Gott« von Otto Nicolai an. Die erste Choralstrophe wurde mit Chor und vollem Orchester vorgetragen. Mit dem Wort »Amen« beschlossen sie das festliche Werk.

Mitglieder des Kinder- und Jugendchores der Münsterkirche unterstützen das Konzert mit ihren Stimmen.

Von Nicolai bis Mendelssohn

Die Verantwortlichen verzichteten auf eine Begrüßung zur Eröffnung der Chorfesttage und ließen die Musik für sich sprechen. Die ausgewählten musikalischen Werke beschäftigen sich in ihrem Kern mit dem Vertrauen zu Gott. Von Nicolai gingen die Beteiligten über zu Felix Mendelssohns »Reformationssinfonie« mit gesungenen Chorzitaten. Die Komposition stammt aus dem Jahr 1830. Im Autograph trägt sie die Überschrift »Symphonie zur Feier einer Kirchen-Reformation«. Die Gruppen schlossen mit Anton Bruckners »Te Deum« das Programm. Hier konnte die Orgel ihren Klang voll entfalten. Als Solisten traten Ruth Gerhard-Liebscher (Sopran), Stefanie Rhaue (Alt), Siyabonga Maqungo (Tenor) und Roland Hartmann (Bass) auf.

300 Besucher bei dem festlichen Konzert

Fast 300 Besucher lauschten dem festlichen Konzert. Nach Beendigung des letzten Stücks blieb es einige Zeit andächtig ruhig – bis der Applaus einsetzte. Von einem Großteil des Publikums gab es für die Leistung der Musizierenden Standing Ovations. Das Konzert wurde in Kooperation von der Hochschule für Kirchenmusik und der Kirchengemeinde Herford-Mitte veranstaltet. Die musikalische Leitung hatte Stefan Kagl inne.

Nächstes Konzert am Freitag um 16.30 Uhr

Weiter geht es mit den Chorfesttagen am kommenden Freitag um 16.30 Uhr. Unter dem Motto »Frei sein« veranstaltet die Hochschule für Kirchenmusik einen Nachmittag zum Mitsingen und Zuhören für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren in der Parkstraße 6. Der Nachmittag endet um 18 Uhr mit einer Präsentation für Erwachsene in der Aula der Hochschule. Den Abschluss der Chorfesttage bildet ein Konzert in der Stiftbergkirche. Am Sonntag, 19. November, können Interessierte sich bei »Teutsche Missa« von der Klangpracht der Lutherischen Messe überzeugen. Im Mittelpunkt stehen mehrchörige Konzerte von Michael Praetorius mit bis zu 20 Stimmen. Beteiligt sind sieben Solisten, der Hochschulchor und Mitglieder der Westfälischen Kantorei. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es in der Buchhandlung Otto und im Gemeindebüro Herford-Mitte.

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