Mutmaßlicher Taxi-Schläger von Herford vor dem Landgericht Bielefeld Angeklagter ist nur beschränkt prozessfähig

Herford/Bielefeld/Bad Oeynhausen (WB). Nur wenig drang am zweiten Verhandlungstag im  Prozess gegen den mutmaßlichen Taxi-Schläger vom Herforder Bahnhof nach außen. Über fünf Stunden wurde nicht-öffentlich getagt und verhandelt, bis abschließend feststand, dass der 24-jährige Mann auf der Anklagebank nur beschränkt prozessfähig ist.

Von Steve Wasyliw
Am Landgericht Bielefeld wurde am Freitag fünf Stunden hinter verschlossenen Türen gegen den mutmaßlichen 24-jährigen Taxi-Schläger verhandelt.
Am Landgericht Bielefeld wurde am Freitag fünf Stunden hinter verschlossenen Türen gegen den mutmaßlichen 24-jährigen Taxi-Schläger verhandelt. Foto: Thomas F. Starke

Zu diesem Ergebnis gelangte Gutachter und Arzt Dr. Bernhard Bätz, der die Krankenakten des Angeklagten studiert und sich mit ihm unterhalten hatte.  Am ersten Verhandlungstag vor dem Landgericht Bielefeld war der junge Mann nicht erschienen, da das Lübbecker Krankenhaus der Strafkammer mitteilte, dass eine Verhandlungsfähigkeit ausgeschlossen sei. Am Freitag nun stellte der Mann aus Bad Oeynhausen sich dem Prozess.

Alle zwei Stunden eine Pause

Auch an den kommenden Verhandlungstagen wird mit enormen Verzögerungen im Prozess um die Aufarbeitung der Geschehnisse vom  7. November 2015 am Herforder Bahnhof zu rechnen sein. Dr. Bätz empfahl dem Gericht, alle zwei Stunden eine Pause einzulegen, damit der Angeklagte dem Prozess aufmerksam folgen kann. Dieser Empfehlung schlossen sich die Richter an.

Pikant mutet ein Auszug aus den Krankenakten des Angeklagten an, in dem schriftlich bestätigt wurde, dass der 24-Jährige bei einer früheren ärztlichen Untersuchung angab, sich als Sportboxer bei einem Wettkampf verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits behauptet, dass der Oeynhausener Boxer gewesen sei. Wichtig wäre der Hinweis, da der Angreifer das Opfer –  ein 35-jähriger Taxifahrer, der seit dem Vorfall nach einer Lähmung von Armen und Beinen einhundertprozentig pflegebedürftig ist – mit einem Faustschlag niedergestreckt haben soll.

Gutachten über Verletzungsmuster

Am vorerst letzten angesetzten Verhandlungstag, dem 16. November, sollen weitere Zeugen vernommen werden. Nur einer von sechs umstehenden Taxifahrern soll zu der brutalen Schlägerei am Bahnhof polizeilich befragt worden sein. Von Bedeutung wird das Gutachten von Prof. Heidi Pfeiffer sein. Die Direktorin des Rechtsmedizinischen Institutes Münster wird Aussagen treffen, welche zur Beurteilung des Verletzungsmusters führen. Verfahrensbeteiligte hatten Zweifel geäußert, dass die Verletzungen von nur einem einzigen Schlag herrühren können.

Eine eigenwillige Interpretation der Tatvorwürfe zeigte Verteidigerin Nicole Friedrich, die von einer »normalen Körperverletzung« sprach. Angeklagt ist der 24-jährige Oeynhausener wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung.

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