Ärger um Integrationsprojekt: Leiter will sich Vorwürfen des Boxvereins später stellen »Alles wird transparent gemacht«

Herford (WB/hil). Zu anstrengend? Überfordert? Nicht genug zu essen? Streit? All diese Vorwürfe, die Mitglieder des Boxsportvereins gegen den Verantwortlichen einer Bootstour von Vlotho nach Bremerhaven erhoben haben, sollen jetzt aufgearbeitet werden.

Jugendliche aus neun Kulturen sind mit einem Wikingerboot auf der Weser nach Bremerhaven gerudert.
Jugendliche aus neun Kulturen sind mit einem Wikingerboot auf der Weser nach Bremerhaven gerudert. Foto: Ivo Tödtmann

Die jungen Teilnehmer und Betreuer aus dem Verein hatten sich – wie berichtet – an die Öffentlichkeit gewandt und von diversen Problemen während der Ruderfahrt berichtet. Für die Jugendlichen aus dem Boxclub sei die Reise ein Albtraum gewesen, hieß es. Ihre Vorwürfe richteten sie insbesondere an den Projektleiter Martin Joseph.

Filmaufnahmen sollen Vorwürfe klären können

Der wollte am Freitag dazu eine Stellungnahme abgeben, ruderte dann aber doch zurück. »Ich will mich erst mit allen Betreuern in Ruhe besprechen. Ich war ja nicht der einzige, und der Kollege vom Diakonischen Werk ist noch im Urlaub.« Er habe alle Belege rausgesucht, anhand derer er nachweisen könne, dass die jungen Ruderer durchaus genug zu essen und zu trinken gehabt hätten. Auch die Filmaufnahmen des Herforders Ivo Tödtmann, der auf einigen Etappen dabei gewesen sei, könnten viele Vorwürfe klären. Martin Joseph: »Jetzt geht es um Gespräche, darum, sich mit den vier beteiligten Kooperationspartnern auszutauschen, denn sie sind ja alle gleichberechtigt.«

Wenngleich sich die Kritik sehr auf ihn fixieren würde, habe er jedoch ein reines Gewissen. Joseph will »absolute Transparenz«, wie er in einem Telefongespräch erklärte, Ablauf und Alltag während der Reise sollen in allen Einzelheiten aufgeschlüsselt werden. Den Tenor des Boxsportvereins wolle er nicht übernehmen, es soll sachlich argumentiert werden. »Ich will, dass alles korrekt dargelegt wird, ich habe nichts zu verbergen«, sagt Martin Joseph.

Vorwürf sollen nächste Woche diskutiert werden

Er zollte gleichzeitig allen jungen Teilnehmern den größten Respekt. »Sie haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Denn es stimmt: Diese Fahrt war anstrengend. Aber sie haben alle eine tolle Leistung abgeliefert.« Die Jugendlichen aus neun verschiedenen Kulturen hätten sich gut verstanden und friedlich miteinander die Bootstour gemacht. Kommunikation, so Joseph, bedeute auch, dass man nicht immer einer Meinung sein und nicht immer im Takt rudern müsse. Kommunikation sei auch ein Prozess, der jetzt mit der Aufarbeitung für alle Beteiligten ein gutes Ende nehmen soll, meint der Projektleiter des Drachenvereins Nordstadt.

In der nächsten Woche wollen die Partner gemeinsam mit der Stadt die Vorwürfe des Boxsportvereins diskutieren.

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