»Das waren kriegsähnliche Zustände« – Dank vom Herforder Landrat Polizisten berichten vom G20-Einsatz

Herford (WB/mor). Der G20-Gipfel ist vorbei – die Erinnerungen bleiben: 20.000 Polizisten waren in Hamburg im Einsatz, darunter fünf aus Herford. Sie haben von meist bedrückenden, aber auch schönen Erlebnissen berichtet.

Von Moritz Winde
Waren beim G20-Gipfel in Hamburg im Einsatz: Die Herforder Kommissare (von links) Alexander Schönwolff, Anke Theisen, Thomas Henze und Torsten Kaiser.
Waren beim G20-Gipfel in Hamburg im Einsatz: Die Herforder Kommissare (von links) Alexander Schönwolff, Anke Theisen, Thomas Henze und Torsten Kaiser. Foto: Moritz Winde

»Ich habe über Funk die Hilfeschreie der Kollegen gehört«, sagt Martin Schneeweiß. Im Alltag arbeitet der Hauptkommissar im zivilen Einsatztrupp. Damit er nicht von den Kriminellen erkannt wird, will er sein Gesicht nicht zeigen.

»Kriegsähnliche Zustände« in der Hansestadt

Schneeweiß hatte genau wie sein Kollege Alexander Schönwolff die Aufgabe, den 38 Quadratkilometer langen Transfer-Korridor zwischen Flughafen und Hafen-City zu schützen – also von unberechtigten Fahrzeugen frei zu halten.

Torsten Kaiser musste gemeinsam mit Thomas Henze die Partnerinnen der Staatsgäste durch die Hansestadt lotsen. Der erfahrene Polizist sagt, er habe »kriegsähnliche Zustände« gesehen . Und Kriminalhauptkommissarin Anke Theisen tat ihren Dienst in der so genannten GeSa – der Gefahrensammelstelle.

Bei den Ausschreitungen wurden 476 Polizisten verletzt

Herfords Landrat Jürgen Müller betonte, dass die Polizeiarbeit gerade nach diesem G20-Gipfel keine normale Arbeit sei. Er bedankte sich ausdrücklich bei »seinen« Beamten für den freiwilligen Einsatz. »Ich bin erleichtert, dass Sie gesund zurück gekommen sind.« Bei den Ausschreitungen in Hamburg wurden 476 Polizisten verletzt, drei kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Müller kritisierte, dass der Respekt vor Polizei, Rettungssanitätern oder Mitarbeitern des Jobcenters immer mehr verloren gehe. »Es kann nicht sein, dass die Menschen Angst davor haben, körperlich bedroht zu werden. Dabei sind das genau die Garanten für ein funktionierendes Zusammenleben.«

Die fünf Herforder Polizisten würden sich trotz allem wieder für einen zukünftigen Gipfel-Einsatz melden.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Freitag, 14. Juli, im WESTFALEN-BLATT, Lokalausgabe Herford.

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