Bauzaun mit 60 Bewohner-Motiven versperrt Blick auf Dohm-Garten Radewiger zeigen Gesicht

Herford (WB). »Seit wann steht der denn hier?«, fragten sich einige Autofahrer als sie ihren Wagen auf dem Janup-Parkplatz abstellten. Von orange farbenen Bannern, die an einem langen Bauzaun befestigt sind, strahlen einem seit gestern 68 Radewiger Gesichter entgegen. Der Blick auf den längst verrotteten Dohm-Garten bleibt somit versperrt.

Von Klaus Münstermann

Die Idee zu der Aktion kam der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Radewig um ihren Vorsitzenden Hans Koch, als im Rahmen des 100-jährigen Rathaus-Geburtstages Gesichter von Herforder Bürgern auf die Fassade projiziert wurden.

60 Motive

Unter ihnen waren auch einige Radewiger. Über Mund-zu-Mund-Propaganda fanden sich weitere Stadtteilbewohner, die sich den Fotografen Danny und Dennis Meier zur Verfügung stellten, und so »begrüßen« nun 68 Radewiger Geschäftsleute und Bewohner auf 60 Motiven die Janup-Besucher. Auf einigen haben sich zwei oder Radewiger zusammen gefunden.

Der Zaun reicht vom Gänsemarkt bis zur Löhrstraße. Das dort an den Parkplatz angrenzende Grundstück gleicht einer wilden Müllkippe. Neben einem Loch im Sichtschutz gelangte man bis gestern auf das Gelände des ehemaligen Hotelrestaurants Dohm-Garten. Der Bauzaun mit 20 etwa drei bis vier Meter langen Stahlzaunelementen, die fest miteinander verschraubt sind, versperrt diesen Zugang nun. »Die Stelle gehört zum Schlimmsten, was Herfords Innenstadt zu bieten hat«, sagt ISG-Vorsitzender Hans Koch. »Das Grundstück verrottet und dient als größte ›öffentliche Toilette‹.«

Bis Weihnachten

Die Gesichter sollen dem Eingangsbereich des Quartiers Radewig zu mehr Interesse verhelfen. »Die fröhlichen Porträts wecken Interesse und Sympathie«, sagt Koch. Besucher des derzeit als Parkplatz genutzten Areals sollten neugierig gemacht und eingeladen werden, sich selbst ein Bild von dem Stadtteil zu machen.

Hans Koch dankt der Herforder Bauverwaltung ebenso für die Unterstützung wie der Servicegesellschaft für Wirtschaft und Kommunen (SWK), die die Zaunelemente aufgestellt hat. »Die Banner sollen so lange wie möglich hängen bleiben. Wenn es die Witterung zulässt, gerne bis Weihnachten«, sagt Hans Koch.

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