Kündigung nach empfohlenem Wechsel zu Zeitarbeitsfirma Sulo-Mitarbeiter wollen klagen

Herford (WB). Sie waren am 31. Mai nur einen Tag von der ersehnten Festanstellung bei Sulo-Umwelttechnik entfernt: Andreas Hohmann (28) und Thomas Kopocz (33). Nur zwei Wochen später sind sie arbeitslos. Eine Zeitarbeitsfirma, zu der sie nach eigenen Angaben auf Geheiß der Sulo-Personalleitung wechselten, hat ihnen gekündigt.

Von Klaus Münstermann
Die ehemaligen Sulo-Mitarbeiter Andreas Hohmann (28, von links) und Thomas Kopocz (33) holen sich Rat bei Rechtsanwalt Mario Struß von der Kanzlei Klaus Pahde und Partner sowie Peter Kleint, Geschäftsführer der IG Metall Herford.
Die ehemaligen Sulo-Mitarbeiter Andreas Hohmann (28, von links) und Thomas Kopocz (33) holen sich Rat bei Rechtsanwalt Mario Struß von der Kanzlei Klaus Pahde und Partner sowie Peter Kleint, Geschäftsführer der IG Metall Herford. Foto: Klaus Münstermann

Nun wollen Andreas Hohmann und Thomas Kopocz als Mitglieder der IG Metall klagen. Unterstützt werden sie dabei von Peter Kleint, Geschäftsführer der Gewerkschaft in Herford und Frank Branka, dort für Leiharbeitsfragen zuständig.

Kündigungsfrist bei der Zeitarbeitsfirma betrug nur zwei Tage

Mit Hilfe von Rechtsanwalt Mario Struß von der Herforder Kanzlei Pahde und Partner, soll in einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Herford geklärt werden, ob die Kündigung zulässig war. Die Frist betrug laut Thomas Kopocz nur zwei Tage. Und als Grund sei genannt worden, er sei zu teuer.

Nachdem Hohmann und Kopocz zuvor bereits mehrere Jahre als Beschäftigte verschiedener Zeitarbeitsfirmen bei Sulo gearbeitet hatten, bekamen sie und drei weitere Mitarbeiter am 1. Juni 2015 einen auf ein Jahr befristeten Zeitvertrag, der 2016 um weitere zwölf Monate verlängert wurde. »Nach zwei Jahren befristeter Beschäftigung gilt ein festes Arbeitsverhältnis als begründet«, sagt Frank Branka.

Geschäftsführung hält sich angeblich nicht an Betriebsvereinbarung

Am 31. Mai sei den fünf jedoch von der Personalleitung empfohlen worden, einen Vertrag bei einer Zeitarbeitsfirma zu unterschreiben. »Angeblich sollte das der Überbrückung dienen, weil sich Geschäftsführung und Betriebsrat noch nicht auf eine Festanstellung für uns hätten einigen können«, sagt Andreas Hohmann. »Schon diesen Wechsel vom befristeten Arbeitsverhältnis zur Leiharbeit halte ich für unzulässig«, sagt Peter Kleint, der Geschäftsführer Thomas Fichter vorwirft, sich an eine Betriebsvereinbarung nicht zu halten. »Noch mit dem Vorgänger Christophe Gence war eine Vereinbarung mit dem Ziel getroffen worden, den Personalabbau im Bereich der Montage und Materialversorgung zu stoppen«, sagt Betriebsratsvorsitzender Eckhard Linnenbrügger. In den genannten Abteilungen arbeiten derzeit 51 der 119 Produktionsmitarbeiter. Hinzukommen 57 in der Verwaltung und 14 Auszubildende. »Wir haben der Geschäftsführung damals die Freizügigkeit zugestanden, bis zu 20 Leiharbeiter einzusetzen«, sagt Linnenbrügger. Im Gegenzug seien die fünf befristeten Verträge abgeschlossen worden. »Die sollten in Festanstellungen überführt werden, um die Kollegen zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen«, so Linnenbrügger weiter. Das seien innerhalb der vergangenen zwei Jahre etwa acht bis zwölf gewesen. Eingestellt wurde laut Linnenbrügger jedoch niemand.

Dennis Lawton von der betroffenen Zeitarbeitsfirma Personalnetzwerk OWL in Bielefeld, sagte nach Rücksprache mit Geschäftsführerin Edyta Dymowski: »Wir machen keine Angaben.« Von der Sulo-Umwelttechnik sagte Öffentlichkeitsmitarbeiter Serdat Zengin in Abstimmung mit Geschäftsführer Thomas Fichter: »Wir geben keinen Kommentar ab.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.