Zehnjähriger päppelt hilfloses Küken auf Phileas rettet kleiner Amsel das Leben

Herford (WB). Das herzzerreißende, unentwegte Fiepen hatte Phileas vor ein paar Tagen hellhörig werden lassen. Der zehn Jahre alte Junge machte sich auf die Suche und fand im dichten Gras des Nachbargartens ein hilfloses Amsel-Baby.

Von Moritz Winde
Küken im Schlaraffenland: Alle zwei Stunden muss die kleine Amsel gefüttert werden. Würmer, Maden und Asseln, aber auch Trauben und Beeren stehen auf dem Speiseplan. Phileas (10) päppelt den Jungvogel auf, bis er stark genug für die Natur ist.
Küken im Schlaraffenland: Alle zwei Stunden muss die kleine Amsel gefüttert werden. Würmer, Maden und Asseln, aber auch Trauben und Beeren stehen auf dem Speiseplan. Phileas (10) päppelt den Jungvogel auf, bis er stark genug für die Natur ist. Foto: Moritz Winde

Es handelte sich um einen Ästling. So bezeichnet man einen noch nicht flügge gewordenen

»Georgs« Appetit ist riesig. Alle zwei Stunden wird gefüttert. Foto: Moritz Winde

Jungvogel, der Nest oder Bruthöhle zwar verlassen hat, aber eigentlich auf Ästen sitzend von den Altvögeln weiterversorgt werden muss. »Von der Mutter fehlte jede Spur. Ich hatte Sorge, dass der Kleine von den Katzen geholt wird«, erzählt der Wilhelm-Oberhaus-Grundschüler. In der Hoffnung, dass die Eltern ihren Zögling doch noch finden würden, setzte Phileas das Waisenkind zunächst in den gut geschützten Outdoor-Kaninchenstall. Es tat sich nichts.

Also nahm sich der Tierfreund dem schutzbedürftigen Küken an und taufte es auf den Namen »Georg«. Alle zwei Stunden muss »Georg« gefüttert werden. Er habe einen Mordshunger, sagt Phileas. Weil im eigenen Garten allerdings kaum noch Regenwürmer und Asseln zu finden sind, wurde im Angelgeschäft Nachschub gekauft.

Mittlerweile hat Phileas seinen »Georg« richtig lieb gewonnen. Trotzdem will er ihn in den nächsten Tagen schweren Herzens in die Freiheit entlassen. Vielleicht findet er ja dann seine Eltern wieder.

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