Grundschule Herford-Elverdissen: Ärger über wilden Abfall – Spritze und Patrone gefunden Eine Mülltonne für den Bürgermeister

Herford (WB). Müll-Problem an der Grundschule Elverdissen: Immer wieder wird der Pausenhof – vermutlich durch Jugendliche – verschmutzt. Eltern, Lehrern und Schülern reicht’s. Am Donnerstag klagten sie dem Bürgermeister ihr Leid – und brachten eine Überraschung mit.

Von Moritz Winde
Mit Mülltonne zu Besuch im Rathaus: Bürgermeister Tim Kähler und das Schülerparlament mit (von links) Emilio, Jonas, Sophina, Tim, Daniel, Charlotte, Jule, Tim, Lukas, Emmi, Fiona und Emma.
Mit Mülltonne zu Besuch im Rathaus: Bürgermeister Tim Kähler und das Schülerparlament mit (von links) Emilio, Jonas, Sophina, Tim, Daniel, Charlotte, Jule, Tim, Lukas, Emmi, Fiona und Emma. Foto: Moritz Winde

Tim Kähler staunte nicht schlecht, als die zwölf Mädchen und Jungen des

Verärgert: Schulleiterin Wencke Nowitzki-Rolfsmeier steht unter dem Vordach, unter dem sich Jugendliche gerne treffen. Foto: Winde

Schülerparlaments mit einer Mülltonne den Rathausflur entlang schlenderten. Ein solches Geschenk hatte das Stadtoberhaupt offenbar noch nie überreicht bekommen. Der schwarze Plastik-Behälter im XL-Format war mit allerlei Unrat befüllt, den die Schüler in den letzten Wochen aus den Rabatten und vom Hof ihrer Schule gesammelt hatten. »Sogar eine Spritze und eine Platzpatrone haben wir gefunden. Diese beiden Dinge waren am schlimmsten – und sind ja auch ziemlich gefährlich«, berichtete die zehnjährige Fiona.

Schulleiterin Wencke Nowitzki-Rolfsmeier sagte, dass man sich seit Jahren mit den unschönen Hinterlassenschaften anderer Leute herumschlagen müsse. »An den Sommer-Wochenenden wird unser Gelände regelmäßig von Jugendlichen genutzt. Leider können sie sich aber nicht benehmen. Statt die Abfallbehälter zu benutzen, werden Kippen, Bierflaschen und allerlei anderer Müll achtlos weggeworfen.«

Diese Spritze hätte gefährliche Krankheiten übertragen können. Sie lag auf dem Pausenhof. Foto: Moritz Winde

Zudem seien Graffiti-Schmierereien ein Ärgernis. »Und neulich hat jemand die Abdeckung eines Dränage-Rohrs gelöst. Da hätte locker ein Kind durchgepasst.« Versuche, das Problem mit Streetworkern in den Griff zu bekommen, hätten nichts bewirkt.

Die Elverdisser machten jedoch nicht nur ihrem Frust Luft, sondern präsentierten die Lösungen gleich mit. Diese hatten sie auf Zettel geschrieben und an der Tonne befestigt. »Wir fordern mehr Kontrollen und Video-Überwachung. Außerdem soll ein neuer Ort für die Jugendlichen gefunden werden«, empfahl Emilio (9). Seine Schulleiterin sagte, dass das Geld für einen Bolzplatz samt Hütte – sie sprach von 87. 000 Euro – bereits im städtischen Haushalt bereitgestellt worden sei. »Oft wird gesagt, es sei kein Geld da. Jetzt ist Geld da, und nun passiert nichts«, monierte Wencke Nowitzki-Rolfsmeier.

Bürgermeister Tim Kähler hörte sich die Sorgen der jungen Besucher geduldig an – und

Ebru Baskan (links) und Anja Ruß aus der Schulpflegschaft sammelten Unterschriften. Foto: Moritz Winde

fand lobende Worte. »Das ist eine gute Aktion. Es ist toll, dass ihr euch um eure Stadt kümmert. Denn alles kann ich auch nicht alleine machen. Mich nervt das genau so wie euch, dass sich einige nicht an Regeln halten können.« Kähler versprach, sich für eine Lösung einzusetzen. »Ich werde euer Anliegen mit in die politischen Gremien nehmen. Von heute auf morgen werden wir das Problem aber leider nicht lösen können.«

Neben der Mülltonne gab es für den Verwaltungschef noch ein zweites Mitbringsel: eine Liste mit mehr als 300 Protest-Unterschriften.

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