Eigentümer will Hotel Stadt Berlin für 5,5 Millionen Euro umbauen und erweitern 30 Studentenwohnungen am Herforder Bahnhof geplant

Herford (WB). Der triste Anblick des Hotels Stadt Berlin gegenüber vom Bahnhof könnte bald Geschichte sein: Der Eigentümer will das denkmalgeschützte Gebäude für 5,5 Millionen Euro umbauen und erweitern. Unter anderem sollen 30 Studentenwohnungen entstehen.

Von Moritz Winde

Boardinghouse und Luxus-Wohnungen

Hinter dem XXL-Projekt steht die Herforder Handwerker-Familie Karacan. Diese hatte

Im Innenhof soll eine grüne Oase zum Ausruhen einladen.

die sanierungsbedürftige Immobilie 2014 gekauft. Jetzt, gut drei Jahre später, steht fest, dass das 1929 erbaute Haus auf links gezogen werden soll. Derzeit wird nur das Erdgeschoss des ehemaligen Hotels genutzt. Hier befinden sich eine Shisha-Bar und ein Döner-Imbiss.

Auch nach dem Umbau soll die untere Etage für Gastronomie freigehalten werden. Fraglich ist allerdings, ob es dort dann weiterhin Fast-Food geben wird. Im ersten und zweiten Stockwerk soll ein so genanntes Boardinghouse, also ein Zuhause auf Zeit, entstehen. Das Angebot – geplant sind acht möblierte Appartements à 50 Quadratmeter – richtet sich vor allem an Firmen, die über längere Zeit Mitarbeiter für bestimmte Projekte in Herford beherbergen müssen. Deren Unterbringung in einem Boardinghouse ist wesentlich günstiger als in einem Hotel.

Exklusiver soll man künftig eine Etage höher wohnen. »Im Dachgeschoss wollen wir drei Luxus-Wohnungen vermieten. Jede soll eine Größe von etwa 120 Quadratmetern haben. Von dort hat man einen tollen Blick über die Stadt«, sagt Dachdeckermeister Hamza Karacan. Der 30-Jährige betreut das Projekt für die Familie.

Grüne Oase zum Verweilen im Innenhof

Mit dem Umbau des Hotels ist es jedoch nicht getan: Wo jetzt noch ein Parkplatz ist, soll ein L-förmiger Anbau hochgezogen werden, der mit Flachdach und Glasfront einen krassen Gegensatz zum historischen Denkmal setzt. Hier sollen auf drei Etagen 30 möblierte Studentenwohnungen gebaut werden. Jede soll etwa 40 Quadratmeter haben. Hamza Karacan: »In Bielefeld explodieren gerade die Preise für Ein-Zimmer-Wohnungen. Von Herford ist man mit dem Zug in wenigen Minuten am Bielefelder Hauptbahnhof. Das ist schneller als aus Brackwede. Und bei uns bleiben die Mieten bezahlbar.«

Die Pläne des Bielefelder Architekten Andreas von Unruh sehen zudem einen Innenhof

Im Innenhof soll eine grüne Oase zum Ausruhen einladen.

Pflanzen, Wasserspielen und allerlei Sitzmöglichkeiten vor. »Es soll eine grüne Oase werden, wo sich die Studenten treffen, austauschen und entspannen können«, sagt Hamza Karacan. Wo sollen die vielen neuen Mieter dann parken? Auch daran wurde mit einer Tiefgarage für 20 Fahrzeuge gedacht.

Wenn alles glatt geht, könnte nach Hamza Karacans Auskunft Anfang 2018 mit dem Bau begonnen werden. Und im Sommer könnten die ersten Studenten einziehen. Die Wohnungsnot dürfte bis dahin auf jeden Fall nicht kleiner geworden sein.

Positive Signale aus Politik

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses nahmen am Donnerstagabend die Bauvoranfrage zustimmend zur Kenntnis. Der geplanten Erweiterung müssen eine Linde und zwei Platanen weichen.

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