Glatzer Straße in Herford: 23 Immobilien werden verkauft Briten-Häuser kosten jetzt deutlich mehr

Herford (WB). Der Verkauf der Briten-Immobilien in der Glatzer Straße geht in die zweite Runde. Allerdings gibt es die letzten 23 noch leer stehenden Reihenhäuser nicht mehr zum Schnäppchenpreis. Jetzt sind sie im Schnitt 20 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.

Von Moritz Winde
Foto: Moritz Winde

Kein Bieterwettkampf

Als die 76 Häuser aus den 50er Jahren – sie liegen zwischen Lui­se-Scheppler-Kindergarten und Christuskirche am idyllischen Uhlenbach in einer Sackgasse – Anfang 2016 erstmals angeboten wurden, war der Traum vom Eigenheim überaus günstig. Da die Preise zudem gedeckelt waren, konnte es nicht zum Bieterwettkampf kommen. Das gab auch jungen Familien angesichts des angespannten Wohnungsmarktes die Chance, eine eigene Bleibe in einem gewachsenen Herforder Viertel zu kaufen.

In der Glatzer Straße wurden vor einem Jahr nicht alle alten Briten-Unterkünfte unter die Leute gebracht – im Gegensatz zur Goe­thestraße. Auch in der Eckermannstraße ist noch eine Doppelhaushälfte zu bekommen.

Steigerung um fast 24 Prozent

Nachdem der Eigentümer – der niederländische Immobilienfond IWF aus Nordwijk – die Vermarktung über die Sparkasse Herford zwischenzeitlich eingestellt hatte, sollen nun die restlichen Häuser verkauft werden – wieder über das heimische Kreditinstitut. Der offizielle Verkauf soll Anfang Juni starten. Besitzer einer Briten-Immobilie und vorgemerkte Kunden sind im Vorteil: Sie haben seit zwei Wochen die Möglichkeit, ein weiteres Objekt zu erwerben.

Allerdings muss man nun deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt muss man etwa 20.000 Euro mehr ausgeben. Ein Beispiel: Das 96 Quadratmeter große Reihenendhaus Nummer 72 mit Garten und Garage hatte Anfang 2016 noch 103.500 Euro gekostet. Heute werden 128.000 Euro verlangt. Das ist eine Steigerung von fast 24 Prozent. »Die Preisbestimmung der Immobilien entstand in enger Abstimmung mit dem Eigentümer. Die Immobilienpreise im Kreis Herford sind im vergangenen Jahr gestiegen, je nach Zustand, Qualität und Lage der Immobilie in unterschiedlichem Maße. Und die Attraktivität des Wohnquartiers hat sich erhöht. So ist im vergangenen Jahr dort aus ehemals verlassenen Straßenzügen eine funktionierende, ansprechende und sympathische Nachbarschaft entstanden«, sagt Sparkassen-Sprecher Peter Platz.

»Nachfrage groß«

Das Interesse an den Häusern dürfte trotz der gestiegenen Kosten immens sein. Auch die Umbau-Auflagen der Behörden – alle Briten-Häuser sind denkmalgeschützt – dürften Interessenten nicht vom Kauf abschrecken. Die Top-Lage und die solide Bausub­stanz der voll unterkellerten Häuser sind ein klares Plus. Einziges Manko: die schlechte Energieeffizienzklasse. Peter Platz: »Die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß. Interessenten sollten daher schnell Kontakt zu uns aufnehmen.«

Übrigens: Eine andere Strategie fährt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die derzeit 22 britische Doppelhaushälften in der Adlerstraße verkauft. Hier gilt: Wer das höchste Gebot abgibt, erhält den Zuschlag.

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